Silber Preis: 46,3 Millionen Unzen Defizit

Silberkurs bricht aufgrund von Zinserhöhungsängsten und starkem Dollar ein. Trotz physischem Angebotsdefizit bleibt die kurzfristige Perspektive angespannt.

Die Kernpunkte:
  • Silber verliert 23 Prozent in einem Monat
  • Fed-Zinserhöhungen belasten das Edelmetall
  • Physischer Markt zeigt sechstes Defizitjahr
  • Charttechnik warnt vor weiterem Abwärtspotenzial

Silber rutscht ungebremst in den Keller. Allein auf Monatssicht verlor das Edelmetall fast 23 Prozent an Wert. Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 57,86 US-Dollar. Ein klarer Ausverkauf.

Hauptgrund für die Talfahrt ist die US-Notenbank. Fed-Vertreter Kevin Warsh betonte den harten Kampf gegen die Inflation. Die Währungshüter hoben ihre Preisprognose für 2026 zuletzt an. Der Markt rechnet nun mit drei Zinserhöhungen in diesem Jahr.

Die Wahrscheinlichkeit für einen ersten Zinsschritt im September taxiert der Markt auf 62 Prozent. Für ein zinsloses Anlagegut wie Silber ist das pures Gift. Steigende Zinsen machen festverzinsliche Papiere attraktiver. Obendrein verteuert ein starker US-Dollar das Metall für Käufer außerhalb des Dollarraums.

Physischer Markt im Defizit

Abseits der Zinsängste bleibt der physische Markt extrem angespannt. Das Silver Institute erwartet für 2026 ein globales Defizit von 46,3 Millionen Unzen. Es wäre das sechste Fehlbetragsjahr in Folge. Das Minenaufkommen schrumpft aktuell schneller als die industrielle Nachfrage.

Bergbaukonzerne fördern rund drei Viertel des Silbers nur als Nebenprodukt beim Abbau von Basismetallen. Deshalb reagiert das Angebot extrem träge auf Preisschwankungen. Die Solarindustrie reduziert ihren Verbrauch zwar um 19 Prozent. Dennoch weitet sich das Angebotsdefizit weiter aus.

Neue Technologien wie KI-Rechenzentren oder Autoelektronik verzeichnen zwar Wachstum. Ihr Volumen reicht aber nicht aus, um die schwächere Solarnachfrage auszugleichen. Dafür springen Investoren ein. Die physische Investmentnachfrage soll um 20 Prozent auf 227 Millionen Unzen klettern. Ein neues Drei-Jahres-Hoch.

Chartbild signalisiert Gefahr

Die Charttechnik mahnt zur Vorsicht. Silber notiert rund 22 Prozent unter seiner 50-Tage-Linie. Der Abstand zum Allzeithoch aus dem Januar hat sich auf über 52 Prozent vergrößert. Die nächste wichtige Unterstützung wartet bei 55 US-Dollar.

Analysten blicken trotz der aktuellen Schwäche optimistisch nach vorn. Der institutionelle Konsens für den Durchschnittspreis im laufenden Jahr liegt bei rund 80 US-Dollar. Die extrem weite Spanne der Schätzungen zeigt jedoch die enorme Volatilität des Marktes. Kurzfristig richten Händler ihren Fokus auf die US-Arbeitsmarktdaten der kommenden Woche. Diese Zahlen liefern den nächsten Impuls für die Zinsdebatte.

Anzeige

Silber Preis: Kaufen oder verkaufen?! Neue Silber Preis-Analyse vom 27. Juni liefert die Antwort:

Die neusten Silber Preis-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Silber Preis-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Silber Preis: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Silber Preis