Silber Preis: 53,84 Prozent unter Januar-Hoch

Der Silberpreis erholt sich leicht, bleibt aber auf Wochensicht stark im Minus. Analysten sehen trotz Korrektur langfristig Aufwärtspotenzial.

Die Kernpunkte:
  • Silber schließt mit leichtem Plus
  • Wochenminus von 6,7 Prozent
  • RSI signalisiert überverkaufte Phase
  • Industrielle Nachfrage als Stütze

Nach einem schwachen Wochenverlauf schloss das Edelmetall am Freitag bei 56,22 US-Dollar je Feinunze und legte im Tagesvergleich um 0,82 Prozent zu. Die kurzfristige Erholung ändert wenig am übergeordneten Bild: Auf Wochensicht steht ein Minus von 6,70 Prozent, auf Monatssicht sind es sogar 17,32 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 121,78 US-Dollar, erreicht am 29. Januar 2026, trennen den Silberpreis mittlerweile 53,84 Prozent.

Technisches Bild bleibt angespannt

Der Relative-Stärke-Index von 34,8 signalisiert eine überverkaufte Marktphase, ohne dass bislang eine klare Bodenbildung erkennbar wäre. Der Analyst Christopher Lewis ordnet die jüngste Bewegung als technische Erholung innerhalb eines dominierenden Abwärtstrends ein und verweist auf eine wichtige Unterstützung bei 50 US-Dollar je Feinunze. Sollte diese Marke fallen, dürfte sich der Verkaufsdruck nach seiner Einschätzung fortsetzen.

Auch beim Silber-Fonds iShares Silver Trust zeichnet sich ein bärisches Muster ab: Nach dem Scheitern in der Nähe von 71 US-Dollar fiel der Kurs des Trusts zwischenzeitlich auf 65,51 US-Dollar, bevor er sich auf rund 68,23 US-Dollar erholte. Langfristig hatte sich der Trust von einer Konsolidierungszone zwischen 30 und 40 US-Dollar bis auf ein Niveau zwischen 100 und 120 US-Dollar aufgeschwungen, bevor die Korrektur auf zuletzt rund 74,63 US-Dollar folgte. Als nächste wichtige Unterstützungszone gilt der Bereich zwischen 70 und 75 US-Dollar – ein Bruch könnte laut den technischen Analysten weiteres Abwärtspotenzial bis in die Zone zwischen 60 und 65 US-Dollar eröffnen.

Analysten sehen langfristig Potenzial nach oben

Trotz der Korrektur bleibt die grundsätzliche Einschätzung vieler Marktbeobachter positiv. Der Analyst Patrick Karim bringt eine Annäherung des Goldpreises an die 4.000-Dollar-Marke mit einem möglichen Silberpreis von 52 US-Dollar in Verbindung – ein Szenario, das angesichts des aktuellen Niveaus nicht mehr weit entfernt liegt. Robert Kiyosaki und Jim Rogers gehen laut ihren jüngsten Äußerungen noch weiter: Beide erwarten, dass Gold und Silber langfristig deutlich höhere Niveaus erreichen, warnen aber zugleich vor heftigen Rückschlägen auf dem Weg dorthin. Der Silberpreis war zuvor von einem Zwischenhoch bei 118 US-Dollar auf rund 56 US-Dollar zurückgefallen.

Industrielle Nachfrage stützt das langfristige Argument

Fundamental bleibt die industrielle Verwendung ein zentrales Argument der Silber-Bullen. Nach Angaben aus dem Rohstoffsegment entfallen rund 60 Prozent der weltweiten Silbernachfrage auf industrielle Anwendungen, insbesondere im Bereich erneuerbarer Energien. Diese Nachfragekomponente unterscheidet Silber von Gold, dessen Preisbewegung stärker von Zentralbankkäufen und geldpolitischen Erwartungen getrieben wird.

Auf der Angebotsseite meldete der peruanische Produzent Buenaventura für die Mine Yumpag eine Lieferung von 2,32 Millionen Unzen Silber, während parallel die Mine San Gabriel ihre Produktion hochfährt – ein Hinweis darauf, dass zusätzliches Minenangebot auf den Markt drängt, während die Nachfrageseite von der Energiewende profitiert.

Ausblick

Kurzfristig bleibt der Silberpreis zwischen technischer Erholung und fortgesetztem Abwärtstrend gefangen. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 67,78 US-Dollar zeigt, dass die Erholung vom Freitag allein nicht ausreicht, um die mittelfristige Schwäche zu drehen. Ob die Unterstützung bei 50 US-Dollar hält, dürfte in den kommenden Handelstagen über die weitere Richtung entscheiden – die Fed-Zinsentscheidung Ende Juli und die geopolitische Lage im Nahen Osten bleiben dabei wichtige Einflussfaktoren für die gesamte Edelmetallklasse.

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