Silber Preis: 57.000 Jobs zünden Rallye
Enttäuschende US-Arbeitsmarktdaten erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen und treiben den Silberpreis auf Wochensicht um rund fünf Prozent nach oben.

- US-Jobwachstum bleibt hinter Prognosen
- Zinssenkungserwartungen steigen deutlich
- Silberpreis klettert auf 62,72 Dollar
- Solarindustrie stützt die Nachfrage
Die US-Wirtschaft bremst spürbar ab. Das sorgt auf dem Silbermarkt für plötzlichen Auftrieb. Der amerikanische Arbeitsmarkt schwächelt überraschend deutlich. Deshalb wetten Investoren nun auf rasche Zinssenkungen. Edelmetalle profitieren sofort von dieser Verschiebung.
US-Jobdaten verfehlen Erwartungen
Der jüngste Arbeitsmarktbericht für den Juni fiel enttäuschend aus. Die US-Wirtschaft schuf lediglich 57.000 neue Stellen. Ökonomen hatten mit mindestens 110.000 Jobs gerechnet. Parallel dazu korrigierten die Behörden das Stellenwachstum der Vormonate drastisch nach unten.
Die Arbeitslosenquote verharrt bei 4,2 Prozent. Auffällig viele Amerikaner verlassen jedoch den Arbeitsmarkt. Experten sprechen mittlerweile von einem „Low Hire, Low Fire“-Umfeld. Unternehmen stellen kaum noch ein, entlassen ihre Mitarbeiter aber auch selten.
Zinswende rückt näher
Die schwachen Daten verändern die geldpolitischen Aussichten massiv. Vor dem Bericht lag die Wahrscheinlichkeit für eine US-Zinserhöhung im Herbst bei 82 Prozent. Unmittelbar danach fiel dieser Wert auf 63 Prozent.
Ein sinkender Zinsdruck beflügelt Silber traditionell. Das Edelmetall wirft keine Zinsen ab. Es gewinnt bei schwächerem Dollar sofort an Attraktivität. Der US-Dollar-Index verzeichnete prompt seinen stärksten Wochenrückgang seit April. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sank auf 4,45 Prozent.
Die Folge: Der Silberpreis zog am Freitag kräftig an.
Der Schlusskurs kletterte um gut zwei Prozent auf 62,72 US-Dollar. Auf Wochensicht steht damit ein Kursplus von rund fünf Prozent auf der Anzeigetafel.
Von alten Rekorden bleibt das Metall dennoch weit entfernt. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf gut 13 Prozent. Der 200-Tage-Durchschnitt bei 73 US-Dollar markiert weiterhin einen massiven Widerstand für Käufer.
Industrie stützt die Nachfrage
Neben der Zinsfantasie treiben fundamentale Faktoren den Kurs. Die Solar- und Elektronikindustrie verlangt weiterhin große Mengen Silber. Vor allem die Produktion von Photovoltaik-Modulen stützt den physischen Bedarf der Industrie. Indes fließen wieder mehr Gelder in Silber-ETFs.
In der kommenden Woche blicken Händler auf das Fed-Protokoll und europäische Inflationsdaten. Verfestigt sich die konjunkturelle Schwäche in den USA, dürfte das Edelmetall weiter profitieren. Charttechnisch rückt nach diesem Kurssprung nun das jüngste Hoch bei 64,66 US-Dollar ins Visier der Akteure.
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