Silber Preis: 57,86 Dollar nach Fed-Pause

Die US-Notenbank hält die Zinsen stabil, was den Silberpreis stützt. Trotz steigender Förderkosten und geopolitischer Spannungen bleibt die Nachfrage hoch.

Die Kernpunkte:
  • Fed belässt Leitzinsen unverändert
  • Silberproduktion steigt, Kosten explodieren
  • Geopolitische Risiken treiben Silbernachfrage
  • Sechstes Jahr mit globalem Silberdefizit

Silber notiert am Donnerstag bei rund 57,86 US-Dollar je Feinunze. Das Edelmetall stabilisiert sich deutlich. Der Grund: Die US-Notenbank lässt die Leitzinsen unverändert bei 3,50 bis 3,75 Prozent.

Das war die erste Sitzung unter dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh. Marktteilnehmer werten sie als Signal für eine Atempause im Straffungszyklus. Drei hawkishe Mitglieder im Offenmarktausschuss stemmen sich zwar dagegen. Sie signalisieren weiterhin Bereitschaft zu künftigen Zinserhöhungen. Der Dollar schwächelt trotzdem, die Anleiherenditen sinken. Beides stützt den Silberpreis.

Minen fördern mehr, aber teurer

Die Geldpolitik gibt den kurzfristigen Takt vor. Die Bergbaubranche liefert derweil ein gemischtes Bild für das Angebot.

Endeavour Silver veröffentlichte am Donnerstag seine Zahlen für das zweite Quartal 2026. Die Silberproduktion legte um 31 Prozent auf 1,94 Millionen Unzen zu. Die Kosten laufen aber aus dem Ruder: Die All-In Sustaining Costs stiegen im Jahresvergleich um 47 Prozent auf 36,89 US-Dollar pro Unze.

Das zeigt den strukturellen Kostendruck in der Branche. Selbst historisch hohe Marktpreise gleichen die steigenden Förderkosten kaum aus. Santacruz Silver Mining meldete derweil eine deutliche Produktionssteigerung: Die Bolivar-Mine legte im Quartalsvergleich um 32 Prozent zu.

Geopolitik erhöht die Risikoprämie

Silber gilt als sicherer Hafen. Genau diese Nachfrage treibt die aktuelle Verschärfung der geopolitischen Lage an.

Die Huthi-Rebellen verhängen laut Berichten ein umfassendes maritimes Embargo im Roten Meer gegen Saudi-Arabien. Zusätzlich melden Berichte Angriffe auf Energie-Terminals am Schwarzen Meer. Beide Ereignisse schüren Inflationssorgen. Sie drohen, globale Lieferketten zu stören und Energiekosten zu treiben.

In diesem Umfeld verbessert Silber sein Verhältnis zu Gold. Das Gold-Silber-Ratio liegt aktuell bei etwa 69,73. Das deutet auf eine relative Stärke von Silber gegenüber Gold hin.

Sechstes Defizit-Jahr in Folge

Das Silver Institute korrigierte kürzlich das globale Silberdefizit auf 46,3 Millionen Unzen. Die fundamentale Lage bleibt trotzdem angespannt. Bereits zum sechsten Mal in Folge übersteigt die weltweite Nachfrage das Angebot.

Die Photovoltaik-Industrie spart durch technische Einsparungen zunehmend Silber ein. Der KI-Boom und die wachsende Elektromobilität gleichen diesen Rückgang aber teilweise aus.

Analysten von J.P. Morgan halten an ihrem Kursziel von 81 US-Dollar für 2026 fest. Die UBS korrigierte ihre kurzfristige Kaufzone auf 48 bis 50 US-Dollar, bleibt aber optimistisch. Die Schweizer Großbank hält Kursziele von bis zu 85 US-Dollar bis September für realistisch.

Die nächste Fed-Sitzung im September dürfte richtungsweisend werden. Vor allem die US-Inflationsdaten der kommenden Wochen entscheiden darüber, ob die Notenbank ihren pausierenden Kurs beibehält.

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