Silber Preis: 58,96 US-Dollar je Feinunze
Silber fällt um 1,3 Prozent nach Rally, bleibt aber durch geopolitische Risiken und Inflationssorgen gestützt.

- Kursrückgang um 1,3 Prozent
- Geopolitische Spannungen stützen Preis
- Schwache US-Jobdaten belasten Fed
- Widerstand bei 60 US-Dollar
Silber legt seit Tagen eine beeindruckende Rally hin. Am Donnerstag, den 23. Juli 2026, tritt der Kurs auf die Bremse. Das Edelmetall verliert rund 1,3 Prozent und notiert bei 58,96 US-Dollar je Feinunze. Auf dem Tageschart zeigt sich ein Doji – ein Zeichen für Unentschlossenheit zwischen Käufern und Verkäufern.
Geopolitische Risiken halten den Preis oben
Trotz des Rücksetzers bleibt das fundamentale Bild stabil. Berichte über ein maritimes Embargo der Huthi-Rebellen gegen Saudi-Arabien sorgen für Unruhe. Hinzu kommen Angriffe auf Energie-Terminals an der russischen Schwarzmeerküste. Beide Ereignisse trieben zur Wochenmitte die Ölpreise nach oben.
Steigende Ölpreise schüren Inflationssorgen. Das macht Silber als Inflationsschutz attraktiv. US-Präsident Donald Trump verschärfte die Lage zusätzlich. Er lehnte schnelle Verhandlungen mit dem Iran ab und warnte vor weiteren militärischen Schritten.
Die Nachfrage nach Absicherung stieg spürbar an. Sie begrenzte den Preisverfall am Donnerstag. Silber hielt sich über der wichtigen Marke von 57 US-Dollar.
Schwache US-Jobdaten erhöhen den Druck auf die Fed
Neue Daten vom US-Arbeitsmarkt verstärken die Konsolidierung. Der Dienstleister ADP meldet eine deutliche Abkühlung. In den vergangenen vier Wochen entstanden im Schnitt nur 16.500 neue Stellen pro Woche. Im Vorquartal waren es noch 19.250.
Es ist bereits der vierte Rückgang in Folge. Das erhöht den Druck auf die Federal Reserve. Für die kommende Woche erwarten Märkte mehrheitlich unveränderte Zinsen. Für September sehen sie eine Wahrscheinlichkeit von über 55 Prozent für eine Zinsbewegung.
Silber zahlt keine Zinsen. Deshalb reagiert der Kurs empfindlich auf jede Verschiebung der Zinserwartungen. Ein stärkerer oder schwächerer US-Dollar wirkt sich direkt auf den Preis aus.
Widerstand bei 60 Dollar und gemischte Industrienachfrage
Technisch kämpft Silber mit einer Widerstandszone zwischen 59 und 60 US-Dollar. Der Doji folgt auf eine Rally von rund 7,5 Prozent in nur vier Handelstagen. Analysten werten das als typische Verschnaufpause nach einem starken Anstieg.
Solange der Kurs über dem 100-Perioden-Durchschnitt im 4-Stunden-Chart bleibt, gilt der kurzfristige Aufwärtstrend als intakt.
Die Industrienachfrage zeigt sich gemischt. Der Bedarf aus den Bereichen Künstliche Intelligenz und Elektromobilität bleibt strukturell hoch. In der Photovoltaik-Branche zeichnet sich dagegen eine leichte Abschwächung ab. Hersteller versuchen zunehmend, den Silberanteil pro Solarmodul durch andere Materialien zu ersetzen.
Das Silver Institute rechnet für 2026 dennoch mit einem deutlichen Marktdefizit. Der Grund: Rund 70 Prozent der weltweiten Minenförderung fällt nur als Nebenprodukt von Kupfer- und Zinkminen an. Eine schnelle Ausweitung des Angebots bleibt damit kaum möglich.
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