Silber Preis: 600 Milliarden Yuan aus Peking

Chinas Notenbank pumpt 82 Milliarden Dollar in den Markt und stützt so den gefallenen Silberpreis.

Die Kernpunkte:
  • Chinesische Milliarden-Spritze für Silber
  • Entspannungssignale aus dem Nahen Osten
  • Angebotsdefizit und KI-Boom treiben Nachfrage
  • Silberpreis fällt unter mittelfristigen Durchschnitt

Seit dem Jahreshoch verlor Silber über 44 Prozent an Wert. Der Absturz von der Spitze bei knapp 122 US-Dollar war brutal. Nun greift ausgerechnet China dem Edelmetall unter die Arme. Die asiatische Liquidität trifft auf einen Markt im Wandel.

Peking öffnet die Geldschleusen

Die chinesische Notenbank (PBOC) pumpt massiv Kapital in den Markt. Über Reverse-Repo-Geschäfte fließen 600 Milliarden Yuan in das Finanzsystem. Das entspricht rund 82 Milliarden US-Dollar. Die Laufzeit beträgt 183 Tage.

Parallel dazu agiert der Westen völlig anders. Die Europäische Zentralbank hat ihren Leitzins gerade erst auf 2,25 Prozent angehoben. Für Silber ist der chinesische Kurswechsel ein Segen. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt verbraucht rund die Hälfte der globalen Silberproduktion. Frisches Geld stärkt dort die industrielle Basis.

Entspannung im Nahen Osten

Zuletzt belastete die hartnäckige Teuerung das Edelmetall schwer. Im Mai kletterte die US-Inflation auf 4,2 Prozent. Der Hauptgrund war ein massiver Preissprung bei Energie. Teures Öl schürte die Angst vor weiteren Zinsschritten. Hohe Zinsen machen Silber für Investoren unattraktiv.

Aktuelle Signale aus Washington deuten auf Entspannung hin. Die USA setzen geplante Luftangriffe gegen den Iran vorerst aus. Beide Seiten verhandeln über ein Memorandum of Understanding. Bleibt die Straße von Hormuz offen, sinkt der Ölpreis. Die Folge: Der Zinsdruck auf Silber nimmt spürbar ab.

KI-Boom trifft auf leere Lager

Abseits der Zinspolitik stützen fundamentale Daten den Preis. Der Silbermarkt steuert im laufenden Jahr auf ein Defizit von 46,3 Millionen Unzen zu. Es ist das sechste Jahr in Folge mit einem Angebotsengpass.

Während die Solarindustrie weniger Silber pro Panel verbaut, treibt Künstliche Intelligenz die Nachfrage. Rechenzentren brauchen das extrem leitfähige Metall für ihre Spezialelektronik. Das Angebot kann darauf kaum reagieren. Rund 70 Prozent der weltweiten Förderung fallen lediglich als Nebenprodukt bei Kupfer oder Zink an.

Der jüngste Abverkauf drückte den Silberpreis am Freitag auf 68,13 US-Dollar. Damit notiert das Edelmetall spürbar unter seinem mittelfristigen Durchschnitt. Indes kühlt der RSI-Wert mit 40,7 deutlich ab. Hält die neue asiatische Liquidität den Kurs über den jüngsten Tiefs, formiert sich hier ein harter technischer Boden.

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