Silber Preis: 62,72 US-Dollar erreicht
Schwache US-Jobdaten beflügeln Silber auf 62,72 Dollar. Analysten sehen Kurspotenzial, warnen aber vor Rückschlägen.

- Silber legt um zwei Prozent zu
- US-Arbeitsmarkt enttäuscht deutlich
- Sechstes Jahr mit Silberdefizit erwartet
- Kursziel von J.P. Morgan bei 81 Dollar
Der US-Arbeitsmarkt kühlt unerwartet stark ab. Statt der erhofften 110.000 neuen Stellen entstanden im Juni lediglich 57.000. Diese Schwäche dämpft neue Zinssorgen und verleiht Edelmetallen frischen Schwung.
Silber kletterte am Freitag um gut zwei Prozent auf 62,72 US-Dollar. Auf Wochensicht verbucht das Metall damit ein Plus von gut fünf Prozent.
Sechstes Defizit-Jahr in Folge
Die fundamentalen Daten für Silber bleiben robust. Die industrielle Nachfrage trägt den Markt maßgeblich. Besonders die Photovoltaik-Branche treibt den Verbrauch massiv an. Für 2026 erwarten Experten jedoch einen Rückgang der Solar-Nachfrage um 19 Prozent. Hersteller senken den Silbereinsatz pro Zelle aus Kostengründen.
Die Folge: Das globale Silberdefizit wächst voraussichtlich das sechste Jahr in Folge. Die Minenproduktion hält mit dem Verbrauch einfach nicht Schritt. Seit 2021 flossen 762,1 Millionen Unzen aus Lagerbeständen ab, um diese Lücke zu schließen.
Zwischen 50 und 81 US-Dollar
Die US-Geldpolitik diktiert derzeit den kurzfristigen Kursverlauf. Nach den schwachen Jobdaten rechnet der Markt kaum noch mit einer Zinserhöhung im September. Davon profitieren zinslose Anlagen wie Silber direkt.
Analysten von J.P. Morgan sehen den Durchschnittspreis für 2026 bei 81 US-Dollar pro Unze. Marktstratege Marko Kolanovic warnt indes vor Rückschlagspotenzial. Bauen Investoren ihre spekulativen Positionen ab, könnte der Kurs auf 50 US-Dollar abrutschen.
Hoffnungen auf eine US-Iran-Waffenruhe drücken parallel dazu die Ölpreise. Das senkt den globalen Inflationsdruck und entlastet die Edelmetallmärkte zusätzlich.
Chartbild bleibt fragil
Trotz der jüngsten Gewinne bleibt die charttechnische Lage angespannt. Seit Jahresbeginn verzeichnet Silber ein Minus von rund 13 Prozent. Der Kurs notiert aktuell deutlich unter der 50-Tage-Linie von 71,67 US-Dollar.
Die aktuelle Erholung stößt im Bereich von 64,50 US-Dollar auf den ersten harten Widerstand. Fällt der Preis wieder zurück, fungiert die psychologisch wichtige Marke von 60 US-Dollar als zentrale Unterstützung.
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