Silber Preis: 66,05 Dollar Tagestief
Starker Dollar und Zinsängste drücken Silberkurs trotz boomender Industrienachfrage. Die Fed-Entscheidung im Fokus.

- Silber verliert 5 Prozent in einer Woche
- Fed-Dot-Plot belastet Edelmetall stark
- Dollar steigt auf höchsten Stand seit Mai 2025
- Industrienachfrage bleibt unbeeindruckt von Fed
Der Iran-Deal drückte die Ölpreise. Inflationssorgen gingen zurück. Silber hätte eigentlich steigen sollen. Stattdessen verliert das Metall auf Wochensicht rund 5 Prozent — weil die Fed alle anderen Nachrichten überlagert.
Dot Plot trifft Silber hart
Am Mittwoch brach Silber zunächst um rund 3 Prozent ein. Der Auslöser: Der Juni-Dot-Plot der Fed zeigte, dass der Ausschuss beim Thema Zinserhöhungen gespalten ist. Fed-Chef Kevin Warsh gab keine konkrete Leitlinie für die nächste Sitzung. Er betonte aber, dass die Inflation seit Jahren über dem 2-Prozent-Ziel liegt. Den Leitzins ließ die Fed unverändert — einstimmig, bei 3,50 bis 3,75 Prozent.
Der Dollar stieg auf den höchsten Stand seit Mai 2025. Silber fiel auf ein Tagestief von 66,05 Dollar, stabilisierte sich dann bei 66,31 Dollar. Den Wochenverlust erholte das Metall nur teilweise — rund 70 Prozent des Rückgangs holte es wieder auf.
Am 19. Juni notiert Silber bei 64,26 Dollar je Feinunze. Das ist ein Minus von 2,13 Prozent gegenüber dem Vortag und 15,28 Prozent weniger als vor einem Monat. Auf Jahressicht liegt Silber allerdings noch immer knapp 78 Prozent im Plus.
Zwei Motoren, einer stockt
Silber reagiert auf zwei völlig unterschiedliche Kräfte. Der monetäre Motor — Realrenditen, Dollar, Zinserwartungen — läuft derzeit gegen das Metall. Der industrielle Motor läuft weiter: Solaranlagen, Elektrofahrzeuge, KI-Rechenzentren und Elektronik brauchen Silber. Diese Nachfrage ist unabhängig von der Fed.
Das Problem: Der monetäre Gegenwind ist gerade stärker. Fed-Gouverneurin Lisa Cook erklärte Anfang Juni, sie sei bereit, die Zinsen bei Bedarf anzuheben. Goldman Sachs strich alle Zinssenkungserwartungen für 2026 und erwartet die erste Senkung nun frühestens im Juni 2027.
Gold blieb vergleichsweise ruhig. Ein Rückgang von 0,22 Prozent hielt den Preis nahe 4.248 Dollar. Das Gold-Silber-Ratio weitete sich auf 64,05 aus — ein Zeichen, dass Silber stärker unter Druck steht.
Nächste Entscheidung am 29. Juli
Laut CME FedWatch liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinspause bei der Juli-Sitzung bei 77,7 Prozent. Für September sinkt diese Chance auf 50 Prozent.
Entscheidend wird sein, wie sich die Inflationsdaten bis dahin entwickeln. Bricht die Zinserhöhungsnarrative zusammen — etwa weil die Energiepreise weiter sinken — gewinnt der industrielle Nachfragefall für Silber wieder die Oberhand. Bis dahin bleibt der Dollar der stärkere Gegner.
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