Silber Preis: 67 Prozent Zinserhöhungs-Wahrscheinlichkeit im September

Silber kämpft mit Rekordzuflüssen in Fonds gegen die Aussicht auf höhere US-Zinsen. Die Fed-Sitzung im September wird richtungsweisend.

Die Kernpunkte:
  • Rekordzuflüsse in Silber-ETFs
  • Fed lässt Leitzins unverändert
  • Markt erwartet Zinserhöhung im September
  • Geopolitische Spannungen belasten Silberkurs

Silber schwankt heftig zwischen zwei Kräften. Auf der einen Seite kaufen Anleger physisch besicherte Silber-Fonds wie nie zuvor. Auf der anderen Seite drückt die US-Notenbank mit ihrer Zinspolitik auf die Stimmung. Beide Entwicklungen prägten die Handelstage rund um den 30. Juli 2026.

Kapital strömt zurück in Silber-Fonds

Eine aktuelle Auswertung der großen Edelmetall-Fonds zeigt ein klares Bild. Die großen ETFs zeigen leichte Erholungssignale. Der größte Silberfonds baut seine Bestände spürbar aus.

Am Goldmarkt bleibt die Lage dagegen uneinheitlich. Die Goldbestände im GLD gingen zuletzt leicht zurück. Beim Silber fällt die Entwicklung deutlicher aus: Bestände und Zuflüsse steigen gleichzeitig.

Als Treiber gelten charttechnische Faktoren, geopolitische Spannungen und die Erwartungen an die künftige Geldpolitik.

Die Fed sorgt für Gegenwind

Die jüngste Zinsentscheidung der US-Notenbank belastete den Silberpreis spürbar. Am Mittwoch kletterte Silber über 58 US-Dollar je Unze. Ein schwächerer Dollar stützte den Kurs, während Investoren die Fed-Entscheidung bewerteten.

Die Notenbank ließ ihren Leitzins bei 3,50 bis 3,75 Prozent unverändert. Einstimmig fiel die Entscheidung aber nicht aus. Drei FOMC-Mitglieder stimmten für eine Zinserhöhung.

Fed-Chef Kevin Warsh betonte, das Festhalten an den aktuellen Zinsen sei kein Zeichen politischer Untätigkeit. Diese Spaltung im Gremium nährte neue Spekulationen über den weiteren Zinskurs.

Die Märkte preisen inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von 67 Prozent für eine Zinserhöhung im September ein. Einen Tag zuvor lag dieser Wert noch bei 56 Prozent. Höhere Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten für zinslose Edelmetalle wie Silber. Der Kurs reagierte entsprechend nervös.

Geopolitik verschärft die Lage

Auch geopolitische Entwicklungen im Nahen Osten setzten Silber zusätzlich unter Druck. Die USA starteten eine neue Angriffswelle gegen den Iran. Grund waren Attacken auf amerikanische Streitkräfte in der Region.

Die Ölpreise stiegen daraufhin. Das schürte Sorgen vor weiteren Störungen der globalen Energieversorgung. Am Donnerstag setzte sich die volatile Entwicklung fort: Silber fiel in Richtung 57 US-Dollar je Unze und gab die Gewinne des Vortags wieder ab.

Zwei Kräfte, eine offene Rechnung

Die aktuelle Gemengelage zeigt, wie stark der Silberpreis zwischen strukturellen und kurzfristigen Faktoren hin- und hergerissen wird. Wachsende Fondsbestände sprechen für ein intaktes Anlegerinteresse. Die Unsicherheit über den Fed-Kurs sorgt aber für zusätzliche Schwankungen im Tagesgeschäft.

Die Septembersitzung der Fed dürfte zur nächsten Weichenstellung werden. Setzt sich die aktuelle Markteinschätzung von 67 Prozent für eine Zinserhöhung durch, dürfte der Gegenwind für Silber zunächst anhalten.

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