Silber Preis: 67,47 Dollar je Feinunze
Starke US-Jobdaten und höhere Ölpreise setzen Silber zu. Der physische Markt zeigt ein knappes Angebot, doch der Makrodruck dominiert aktuell.

- Silber fällt um 0,5 Prozent
- US-Arbeitsmarktbericht treibt Renditen
- Höhere Ölpreise schüren Inflationssorgen
- Physisches Marktdefizit bleibt bestehen
Silber bekommt den Zinsdruck wieder zu spüren. Ein robuster US-Arbeitsmarktbericht schiebt die Renditen nach oben und nimmt Edelmetallen einen Teil ihres Reizes. Selbst der Nahost-Konflikt hilft dem Metall kaum, weil höhere Ölpreise neue Inflationssorgen nähren.
Am Montag fiel Spot-Silber um 0,5 Prozent auf 67,47 Dollar je Feinunze. Der Markt handelt damit vor allem die Fed-Erwartungen und blendet die knappe physische Bilanz kurzfristig aus.
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Warum der Arbeitsmarkt zählt
Der jüngste US-Arbeitsmarktbericht zeigte 172.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Die Arbeitslosenquote blieb bei 4,3 Prozent.
Die Behörden korrigierten die Jobzuwächse für die beiden Vormonate zusammen um 93.000 nach oben. Das gibt der US-Notenbank mehr Spielraum, restriktiv zu bleiben.
Für Silber ist das heikel. Das Metall wirft keine laufenden Erträge ab. Steigen die Renditen, werden Anleihen im Vergleich attraktiver.
Reuters berichtete, dass die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen weiter zulegten. Die Märkte preisten für Dezember eine 72-prozentige Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Federal Reserve ein.
Öl verstärkt den Druck
Der geopolitische Hintergrund bleibt angespannt. Israel griff laut Reuters am Montag militärische Ziele im Westen und Zentrum Irans an. Die Ölpreise stiegen um mehr als 4 Dollar je Barrel.
Normalerweise können solche Spannungen Edelmetalle stützen. Aktuell läuft der Impuls aber über eine andere Kette: teureres Öl, höhere Inflationserwartungen, straffere Fed. Das drückt auf Silber. Auch Gold stand unter Druck.
Physischer Markt sendet anderes Signal
Auf der physischen Seite wirkt das Bild weniger klar. Der Silver Institute-Bericht für 2026 meldet für das Vorjahr eine weltweite Silbernachfrage von 1,13 Milliarden Unzen. Das waren 2 Prozent weniger.
Hinter dem Rückgang stehen vor allem schwächere Industrieimpulse. Der Verband nennt weniger Photovoltaik-Nachfrage, mehr Druck beim Materialeinsatz und Substitution.
Die industrielle Nachfrage sank um 3 Prozent auf 657,4 Millionen Unzen. Schwächer liefen also genau jene Bereiche, die Silber als Industriemetall stützen.
Anders sieht es bei Münzen und Barren aus. Dort stieg die Nachfrage im Jahr 2025 um 14 Prozent.
Für 2026 erwartet der Verband einen Rückgang der Gesamtnachfrage um 2 Prozent. Auch die industrielle Nachfrage soll um 3 Prozent sinken. Bei Münzen und Barren rechnet er dagegen mit einem Plus von 18 Prozent.
Die Minenproduktion soll stabil bleiben. Trotzdem erwartet das Silver Institute ein strukturelles Marktdefizit von 46,3 Millionen Unzen. Höhere Preise bremsen aber Schmuck, Silberwaren und Teile der Industrie.
Kurz gesagt: Silber hat ein Angebotsargument, aber der Makrodruck dominiert. Solange US-Renditen steigen und der Markt eine straffere Fed einpreist, bleibt das Metall anfällig. Dreht die Zinsseite, kann die knappe physische Bilanz wieder mehr Gewicht bekommen.
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