Silber Preis: 7,49 Prozent unter 50-Tage-Durchschnitt
Silber verliert 2,5 Prozent und fällt unter den 50-Tage-Durchschnitt. Die 60-Dollar-Marke gilt nun als entscheidend für die weitere Kursentwicklung.

- Silber fällt um 2,5 Prozent
- 60-Dollar-Marke als Richtungsweiser
- Minenaktien verzeichnen deutliche Verluste
- Fed-Politik bleibt bestimmender Faktor
Der Silberpreis hat den Wochenschluss enttäuscht: Am Freitag fiel das Edelmetall um 2,51 Prozent auf 57,77 US-Dollar je Feinunze. Damit liegt der Kurs mittlerweile 7,49 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 62,45 Dollar – ein deutliches Signal dafür, dass der kurzfristige Aufwärtstrend ins Stocken geraten ist. Zum Wochenauftakt richten Anleger den Blick nun auf die Marke von 60 Dollar, die nach Einschätzung von Marktbeobachtern über die weitere Richtung entscheidet.
Bodenbildung zwischen 50 und 54,5 Dollar
Charttechnisch sehen Analysten derzeit eine Bodenbildungsphase zwischen 50 und 54,5 Dollar. Gelingt von dort aus ein nachhaltiger Ausbruch über die 60-Dollar-Marke, gelten Zielzonen zwischen 60 und 80 Dollar als realistisch. Der Analyst Hyerczyk sieht kurzfristig Unterstützung im Bereich von 57,13 bis 57,86 Dollar, während Widerstände bei 60,84 und 60,94 Dollar warten. Als nächstes Kursziel nennt er 63,28 Dollar. Bricht Silber dagegen unter 57,13 Dollar, rücken laut seiner Einschätzung die Marken 56,64 und 54,78 Dollar in den Fokus. Nach oben hin bleibt viel Puderzucker im Kurs: Zum 52-Wochen-Tief von 45,51 Dollar, aufgestellt Ende Oktober vergangenen Jahres, beträgt der Abstand noch immer 26,95 Prozent – die Erholung vom Herbsttief ist also trotz der jüngsten Schwäche intakt geblieben.
Der Rücksetzer vom Freitag reihte sich in ein gemischtes Bild bei den Industriemetallen ein. Während Platin um 3,5 Prozent und Palladium um 2,7 Prozent zulegten und auch Kupfer mit einem Plus von 2,9 Prozent glänzte, blieb Silber mit einem Minus als einziger Wert der Gruppe zurück. Diese Divergenz deutet darauf hin, dass die Schwäche weniger an der allgemeinen Industriemetall-Nachfrage lag als an spezifischem Verkaufsdruck bei Silber selbst.
Minenwerte geben nach
Die Kursbewegung bei Silber spiegelte sich auch bei den großen Förderunternehmen wider. Fresnillo notierte bei 29,78 Euro und gab um 0,60 Prozent nach, Hecla Mining verlor mit 12,345 Euro sogar 4,49 Prozent, und Pan American Silver rutschte um 2,20 Prozent auf 37,35 Euro ab. Die überproportionalen Verluste bei den Minenaktien im Vergleich zum Metallpreis selbst zeigen, wie sensibel diese Titel auf jede Bewegung im zugrunde liegenden Rohstoff reagieren.
Im Hintergrund bleibt die Geldpolitik der US-Notenbank der entscheidende Faktor für die Edelmetalle. Die Fed hielt ihren Leitzins zuletzt bei 3,50 bis 3,75 Prozent, wobei drei Mitglieder des Gremiums für eine Erhöhung gestimmt hatten – ein Zeichen dafür, dass die Zinsdebatte innerhalb der Notenbank keineswegs abgeschlossen ist. Für die kommenden Tage stehen wichtige Konjunkturdaten an, darunter der US-Arbeitsmarktbericht für Juli sowie ISM-Indizes, die als nächste potenzielle Kurstreiber gelten. Bleibt die Fed bei ihrer abwartenden Haltung und fällt der Arbeitsmarktbericht schwächer aus als erwartet, könnte dies dem Silberpreis nach Einschätzung von Marktbeobachtern neuen Auftrieb verschaffen. Fällt der Bericht dagegen robust aus, dürfte der Druck auf das Edelmetall zunächst anhalten.
Für Anleger bleibt die 60-Dollar-Marke damit die entscheidende Wegmarke der kommenden Handelstage. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde den Weg zu den höheren Zielzonen freimachen, während ein Rückfall unter die aktuelle Unterstützungszone das Risiko eines Tests der tieferen Marken um 55 Dollar erhöhen würde.
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