Silber Preis: 90-Dollar-Potenzial bei Zinssenkung

Schwache US-Jobdaten beflügeln Silberrally. Analysten sehen Potenzial für weitere Kursgewinne durch Angebotslücke und Zinssenkungserwartungen.

Die Kernpunkte:
  • Silber schließt bei 62,72 Dollar
  • Wochenplus von über fünf Prozent
  • US-Jobwachstum enttäuscht Erwartungen
  • Angebotsdefizit stützt Edelmetall

Der US-Arbeitsmarkt schwächelt. Das gibt dem Silberpreis unerwarteten Auftrieb. Das Edelmetall beendete den Handel am Freitag bei 62,72 US-Dollar je Feinunze. Auf Wochensicht verbucht Silber damit ein Plus von 5,09 Prozent. Ein überraschender Schub für ein Asset, das zuletzt massiv unter Druck stand.

Der Auslöser für die jüngste Rally liegt in Washington. Die US-Wirtschaft schuf im Juni lediglich 57.000 neue Stellen. Analysten hatten mit mehr als 100.000 gerechnet. Diese Enttäuschung verändert die Zinserwartungen der Märkte drastisch.

Investoren rechnen nun fest mit einer lockereren Geldpolitik der US-Notenbank. Niedrigere Zinsen schwächen oft den US-Dollar. Da Silber selbst keine Zinsen abwirft, profitiert das Edelmetall direkt von fallenden Anleiherenditen. Das Umfeld für zinslose Anlagen bessert sich spürbar.

Angebotslücke stützt den Preis

Neben der Makroökonomie spricht auch das fundamentale Bild für steigende Notierungen. Experten erwarten für das laufende Jahr ein Angebotsdefizit von 46,3 Millionen Unzen. Die Nachfrage übersteigt das Angebot damit im sechsten Jahr in Folge. Vorhandene Lagerbestände müssen diese Lücke schließen.

Die Industrie saugt den Markt förmlich leer. Silber leitet Strom extrem gut. Das macht das Metall für Wachstumsbranchen absolut unverzichtbar. Vor allem die Solarenergie und Elektromobilität treiben den Verbrauch. Parallel dazu entsteht neue Nachfrage durch den Ausbau der Künstlichen Intelligenz.

Weiter Weg zum alten Hoch

Analysten trauen dem Silberpreis auf mittlere Sicht deutlich höhere Niveaus zu. JP Morgan rechnet für das laufende Jahr mit durchschnittlich 81 US-Dollar. Die Commerzbank sieht im Falle fallender Zinsen sogar Potenzial bis 90 Dollar.

Trotz optimistischer Prognosen fällt die Bilanz seit Jahresbeginn nüchtern aus. Silber verbucht ein sattes Minus von 13,21 Prozent. Der massive Widerstand am 50-Tage-Durchschnitt bei 71,67 US-Dollar bleibt vorerst intakt. Behauptet der Kurs seine Niveaus in den kommenden Handelstagen, formiert sich möglicherweise ein mittelfristiger Boden. Ein charttechnischer Ausbruch erfordert allerdings frische Impulse durch die anstehenden globalen Inflationsdaten.

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