Silber Preis: 95 Millionen Unzen Defizit 2025

Silber erreicht 68 Dollar und steuert auf dritte Woche mit Gewinnen zu. US-Anleihekäufe schwächen Dollar, während Chinas Solarindustrie die Nachfrage antreibt.

Die Kernpunkte:
  • Silber steigt auf 68 Dollar
  • US-Anleihekäufe schwächen Dollar
  • Chinas Solarindustrie treibt Nachfrage
  • Sechstes Jahr mit Angebotsdefizit

Silber schloss am Freitag bei 68,13 US-Dollar je Feinunze, ein Plus von 1,5 Prozent zum Vortag. Damit steuert das Edelmetall auf den dritten wöchentlichen Gewinn in Folge zu.

Auslöser der jüngsten Rally war eine Ankündigung des US-Finanzministeriums, die Rückkäufe langfristiger Staatsanleihen mindestens zu verdoppeln, um die Kreditkosten zu kontrollieren. Die Maßnahme drückte die Renditen von Staatsanleihen und den Dollar spürbar – und lenkte Kapital in sichere Häfen wie Silber.

Strukturelles Defizit stützt die Nachfrage

Hinter der kurzfristigen Kursbewegung steht eine langfristige Angebotsknappheit. Laut dem Silver Institute befindet sich der Silbermarkt seit 2021 in einer ununterbrochenen Defizitphase. Im Jahr 2025 lag das jährliche Defizit bei geschätzten 95 Millionen Unzen, für 2026 wird mit rund 67 Millionen Unzen bereits das sechste Defizitjahr in Folge erwartet. Die Nachfrage übersteigt das verfügbare Angebot damit kontinuierlich seit fünf Jahren.

Ein wesentlicher Nachfragetreiber kommt aus China. Die chinesischen Importe von silberhaltigen Erzen stiegen im Juni im Jahresvergleich um 62,5 Prozent auf 219.000 Tonnen. Die Entwicklung fällt zusammen mit einer wachsenden Produktion von Solarpanelen und Stromnetzen, die Peking im Rahmen seines Elektrifizierungskurses vorantreibt.

Silber ist als Leiter in der Photovoltaik-Fertigung unverzichtbar, entsprechend eng ist die Verbindung zwischen Chinas Ausbauprogrammen und der physischen Nachfrage nach dem Metall.

Investoren suchen Zuflucht in sicheren Häfen

Parallel zur Angebotsseite spielt die Investorenstimmung eine tragende Rolle. Silber wurde am Freitag über 68 Dollar pro Unze gehandelt, während sich Anleger in Zeiten erhöhter Volatilität verstärkt sicheren Hafenmetallen zuwandten. Steigende Ölpreise unterstrichen zugleich anhaltende inflationsbedingte Risiken, was die Attraktivität von Edelmetallen als Absicherung weiter erhöhte.

Auf Wochensicht steht ein Anstieg von 5,1 Prozent zu Buche, auf Monatssicht sogar von 14 Prozent – ein deutliches Zeichen für die Beschleunigung der jüngsten Bewegung. Zugleich bleibt der Silberpreis auf Jahressicht mit minus 3,5 Prozent im Minus, was zeigt, wie stark die Erholung erst in den vergangenen Wochen an Fahrt gewonnen hat.

Technisches Bild bleibt angespannt

Trotz der jüngsten Stärke war die Erholungsrallye zuletzt nicht ohne Rückschläge verlaufen: Nach anfänglicher Dynamik hatte die Aufwärtsbewegung Mitte des Monats zwischenzeitlich wieder nachgelassen, bevor die Treasury-Ankündigung neuen Schwung brachte.

Anleger richten den Blick nun auf den PCE-Preisindex, der am 26. August veröffentlicht wird und als wichtiger Inflationsindikator weitere Impulse für die Geldpolitik – und damit für Silber – liefern dürfte.

Die Kombination aus strukturellem Angebotsdefizit, wachsender industrieller Nachfrage aus China und einem schwächeren Dollar bildet damit das Fundament der aktuellen Preisbewegung. Ob sich der Aufwärtstrend fortsetzt, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie sich die US-Geldpolitik nach den kommenden Inflationsdaten weiterentwickelt.

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