Silber Preis: Arbeitsmarktbericht am 5. Juni im Fokus
Hohe Industrienachfrage trifft auf starken Dollar und Zinserwartungen. Der Silberpreis bleibt trotz sechstem Defizitjahr in Folge unter Druck.

- Sechstes Jahr mit Angebotsdefizit
- Solarindustrie als Hauptnachfragetreiber
- Starker Dollar belastet den Preis
- Makrodaten entscheiden über Richtung
Silber steckt in einer Zwickmühle. Die industrielle Nachfrage ist hoch und treibt die Fundamentaldaten. Gleichzeitig belasten der starke Dollar und die Zinserwartungen der US-Notenbank den Preis. Am Freitag notierte die Feinunze bei 75,92 US-Dollar – ein Plus von 1,35 Prozent zum Vortag. Auf Monatssicht steht ein Gewinn von gut 6 Prozent. Dennoch: Zum Jahreshoch bei 116,89 Dollar fehlen über 35 Prozent.
Sechstes Defizitjahr in Folge
Der World Silver Survey rechnet für dieses Jahr mit einem Angebotsdefizit von 46,3 Millionen Feinunzen. Es wäre das sechste Jahr in Folge, in dem die Nachfrage das Angebot übersteigt. Haupttreiber ist die Solarindustrie, aber auch andere Hochtechnologiebereiche verbrauchen immer mehr Silber. Die Bank of America warnt jedoch vor einer möglichen Abschwächung – besonders im Solarmarkt. Kurz gesagt: Die Nachfrage brummt, aber das Risiko einer Abkühlung bleibt.
Dollar und Zinsen als Bremsklötze
Kurzfristig dominiert die Makrolage. Steigende US-Anleiherenditen und die Aussicht auf länger hohe Zinsen machen unverzinste Anlagen wie Silber unattraktiv. Hinzu kommt ein fester Dollar, der den in Dollar notierten Rohstoff zusätzlich unter Druck setzt. Geopolitische Spannungen sorgen derweil für Volatilität – und treiben die Nachfrage nach sicheren Häfen tendenziell nach oben. Ein Widerspruch, der den Handel derzeit prägt.
Termine mit Signalwirkung
Die kommende Woche bringt mehrere Daten, die den Silberpreis bewegen könnten. Am 1. Juni der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe, am 2. Juni die JOLTS-Daten und am 3. Juni der Dienstleistungs-PMI. Der Höhepunkt folgt am 5. Juni mit dem Arbeitsmarktbericht für Mai. Diese Zahlen beeinflussen die Renditen und den Dollar – und damit die Richtung für Silber.
Technisch auf Bewährung
Der RSI liegt bei 58,9. Der Preis testete am Freitag die 50-Tage-Linie bei 76,01 Dollar – sie bleibt der entscheidende Widerstand. Eine negative Divergenz in den Oszillatoren deutet auf eine Konsolidierung hin. Ob der Ausbruch nach oben gelingt oder der Druck steigender Zinsen überwiegt, entscheiden die Makrodaten der nächsten Tage. Die Volatilität von annualisiert 57 Prozent unterstreicht: Achterbahn bleibt angesagt.
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