Silber Preis: BofA sieht 100 Dollar im Q4 2026

Trotz deutlicher Kursverluste und Fed-Sorgen prognostiziert die Bank of America einen Silberpreis von 100 Dollar bis Jahresende.

Die Kernpunkte:
  • Silber fällt auf 64,09 US-Dollar
  • Fed-Zinserhöhung belastet Edelmetall
  • BofA sieht Silber bei 100 Dollar
  • Geopolitische Entspannung schwächt Safe-Haven

Starke Prognosen, schwache Kurse. Bei Silber klaffen Realität und Erwartung derzeit massiv auseinander. Der Preis fiel am Freitag auf 64,09 US-Dollar. Parallel dazu ruft die Bank of America ein dreistelliges Kursziel aus.

Die jüngste Talfahrt hinterlässt tiefe Spuren im Chart. Auf Monatssicht verlor das Edelmetall fast 16 Prozent. Der Schlusskurs liegt deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Silber notiert damit knapp 47 Prozent unter seinem Jahreshoch.

Hauptgrund für den Abverkauf ist die US-Notenbank. Unter Notenbankchef Kevin Warsh pausierte die Fed zwar. Die Leitzinsen bleiben in der aktuellen Spanne. Allerdings erwarten nun neun von 18 FOMC-Mitgliedern eine Zinserhöhung im laufenden Jahr. Das stärkt den US-Dollar und belastet Rohstoffe.

Die 100-Dollar-Wette

Die Bank of America hält mit einer aufsehenerregenden Prognose dagegen. Die Analysten sehen den Silberpreis im vierten Quartal 2026 bei 100 US-Dollar. Das entspräche einem massiven Preissprung.

Die Experten begründen diesen Optimismus mit einer strukturellen Angebotslücke. Diese schrumpft zwar voraussichtlich um 90 Prozent, bleibt aber am physischen Markt bestehen. Neue Nachfrage aus der KI-Infrastruktur und dem Bau von Rechenzentren stützt den Markt. Im Frühjahr 2027 rechnet die Bank dann mit einer Abkühlung auf rund 75 US-Dollar.

Diplomatie drückt die Prämie

Neben der Zinspolitik bewegen geopolitische Signale den Kurs. In der Schweiz bereiten Diplomaten eine Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran vor. US-Sondergesandter Steve Witkoff und der iranische Außenminister Abbas Araghtschi verhandeln ein Interimsabkommen.

Der 14-Punkte-Plan sieht eine vollständige Öffnung der Straße von Hormus vor. Die Folge: Eine Deeskalation im Nahen Osten schwächt Silber als sicheren Hafen. Die industrielle Nachfrage rückt wieder in den Vordergrund.

Analysten wie Rebecca Ivaldi sehen die strukturelle Nachfrage intakt. Kurzfristig blicken Investoren jedoch auf die Charttechnik. Die Unterstützung bei 62,95 US-Dollar muss halten. Bricht diese Marke, droht weiterer Verkaufsdruck durch die restriktive Fed-Politik. Zusätzlich beobachten Marktteilnehmer den Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah. Scheitert die Vereinbarung, dürfte die Volatilität bei Edelmetallen sofort wieder ansteigen.

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