Silber Preis: Chinas Solarproduktion bricht ein

Schwächere Solarzellenauslastung und höhere Londoner Bestände belasten den Silbermarkt, während industrielle Anwendungen die Nachfrage prägen.

Die Kernpunkte:
  • Chinas Solarzellenproduktion sank um 15,2 Prozent
  • Werksauslastung fiel auf 53,5 Prozent
  • Londoner Silberbestände stiegen auf 28.985 Tonnen
  • Industrie nutzt 50 bis 60 Prozent des Silbers

Dämpfer für den Silbermarkt: Die chinesische Solarindustrie hat ihre Fertigung im September spürbar gedrosselt. Wie Daten des Branchendienstes Shanghai Metals Market zeigen, lag die Produktion von Solarzellen im vergangenen Monat 15,2 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats.

Die durchschnittliche Auslastung der Werke sank parallel dazu auf 53,5 Prozent – ein Minus von gut 23 Prozentpunkten im Jahresvergleich. Da Photovoltaikhersteller zu den wichtigsten Abnehmern des Metalls zählen, lastet die verhaltene Aktivität direkt auf den Preisen.

Der jüngste Nachfragedämpfer trifft auf ein ohnehin herausforderndes Umfeld. Seit Jahresanfang verzeichnet Silber ein Minus von 18 Prozent, nachdem der Markt an den Terminbörsen am Donnerstag bei 57,60 US-Dollar je Feinunze geschlossen hatte. Zum 52-Wochen-Hoch von 121,78 US-Dollar beträgt der Abstand inzwischen 53 Prozent.

Höhere Lagerbestände und industrielle Abhängigkeit

Parallel zur Abschwächung im asiatischen Solarsektor verzeichneten die weltweiten Lagerbestände einen Zuwachs. Einem Bericht der London Bullion Market Association (LBMA) zufolge stiegen die Bestände in den Londoner Tresoren zum Ende des dritten Quartals um 3,22 Prozent auf 28.985 Tonnen.

Zwar legte die globale Minenförderung im Jahr 2025 um 3 Prozent auf 846,6 Millionen Unzen zu, für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert die Organisation jedoch einen leichten Rückgang der Förderung um 0,3 Prozent auf 844,1 Millionen Unzen.

Die Bedeutung des verarbeitenden Gewerbes bleibt der bestimmende Faktor für den Markt. Nach Einschätzung von Kenny Zhu, Stratege beim Edelmetall-Spezialisten Sprott, entfallen 50 bis 60 Prozent des weltweiten Bedarfs auf industrielle Anwendungen.

Zudem wird das Metall überwiegend als Beiprodukt in Minen anderer Basismetalle gefördert, weshalb das Angebot kaum kurzfristig auf Marktpreise reagieren kann. Schwächelt die industrielle Abnahme, schlägt dies folglich unmittelbar durch.

Zinsdruck und wichtige Termine voraus

Neben den Industriesignalen belasten makroökonomische Faktoren die Notierungen. Nach jüngsten US-Inflationsdaten zogen die Zinserwartungen für die Sitzung der Federal Reserve Ende Oktober wieder an, was den US-Dollar stützte und unverzinste Anlagen unter Abgabedruck setzte.

Für neue Impulse auf der Angebotsseite dürften bereits in der kommenden Woche frische Förderdaten sorgen: Am 21. Oktober veröffentlicht das mexikanische Statistikamt neue Zahlen zur nationalen Bergbauproduktion. Ende des Monats entscheidet zudem die US-Notenbank über ihren weiteren Zinskurs, bevor am 10. November die nächsten US-Verbraucherpreise anstehen.

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