Silber Preis: Der Stillstand droht
Am Silbermarkt treffen Lieferengpässe auf ein chinesisches Exportverbot für Schwefelsäure, das die Produktion indirekt belastet.

- First Notice Day am COMEX
- China stoppt Schwefelsäure-Exporte
- Silberpreis fällt auf 73 Dollar
- Sechstes Defizitjahr in Folge
Heute ist ein ungewöhnlicher Tag für den Silbermarkt. Der COMEX-Mai-Kontrakt erreicht seinen First Notice Day — Halter offener Positionen müssen jetzt entscheiden: glattstellen, rollen oder physische Lieferung annehmen.
Das Problem: Das Metall fehlt schlicht. Rund 135 Millionen Unzen stehen als offene Mai-Kontrakte aus. Verfügbar für sofortige Lieferung sind lediglich 77 bis 80 Millionen Unzen. Die sogenannte Coverage Ratio liegt damit bei 13 bis 14 Prozent — seit sechs Monaten in Folge unterhalb der Stressschwelle von 15 Prozent.
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China dreht an der Lieferkette
Ab morgen trifft ein weiterer Engpass den Markt. China verhängt ein Exportverbot für Schwefelsäure. Das klingt zunächst nach einem Chemieproblem. Es ist auch ein Silberproblem.
Rund 70 Prozent des weltweiten Silbers entsteht als Nebenprodukt des Kupfer-, Blei- und Zinkbergbaus. Wer die Schwefelsäure einschränkt, trifft indirekt die Silberversorgung. Chile trägt das größte Risiko: Als weltgrößter Kupferproduzent importiert das Land jährlich über eine Million Tonnen chinesischer Schwefelsäure. Ein Fünftel der chilenischen Kupferproduktion hängt an säurebasiertem Laugungsverfahren.
China hat bereits seit Januar 2026 systematisch eingegriffen: erst eine Exportlizenzpflicht für Silber, dann Rekordimporte im März, nun das Säureverbot. Jede Maßnahme trifft einen anderen Hebel der Lieferkette.
Geopolitik und schwache Konjunktur belasten den Preis
Trotz dieser Angebotsspannung ist Silber zuletzt auf rund 73 Dollar je Unze gefallen. Der Grund liegt im makroökonomischen Umfeld.
Die Schließung der Straße von Hormuz hat rund ein Drittel des globalen Schwefelhandels unterbrochen. Steigende Ölpreise und stockende US-Iran-Verhandlungen nähren Inflationssorgen. Ein US-Beamter bestätigte, dass Präsident Trump Irans jüngsten Vorschlag abgelehnt hat. Hoffnungen auf ein schnelles Ende des Konflikts sind damit vorerst erloschen.
Märkte preisen zunehmend ein, dass Zentralbanken die Zinsen länger hoch halten. Das drückt auf nicht verzinsliche Edelmetalle. Die Bank of Japan ließ ihren Leitzins unverändert. Fed und EZB geben ihre Entscheidungen ebenfalls in dieser Woche bekannt.
Strukturelles Defizit als Fundament
Das Silver Institute bestätigt einen kumulativen Lagerabbau von 762 Millionen Feinunzen über fünf aufeinanderfolgende Defizitjahre. Für 2026 erwartet das Institut ein weiteres Defizit von 46,3 Millionen Unzen — das sechste Jahr in Folge.
Ein Datenpunkt verdeutlicht das Ausmaß: Im Januar 2026 verschwanden 33 Millionen Unzen innerhalb einer einzigen Woche aus dem registrierten COMEX-Bestand. Das entsprach 26 Prozent des lieferbaren Pools.
Heute um 14:30 Uhr MEZ veröffentlicht das US Bureau of Economic Analysis seine BIP-Erstschätzung für Q1 2026. Das GDPNow-Modell der Atlanta Fed zuletzt bei nur 1,2 Prozent annualisiertem Wachstum. Ein schwaches Ergebnis würde Stagflationsängste schüren — historisch ein starkes Umfeld für physische Edelmetalle und damit eine direkte Gegenposition zum aktuellen Zinsdruck.
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