Silber Preis: Fed-Woche mit Warsh-Anhörung
Silber verzeichnet deutliche Verluste vor wichtigen US-Konjunkturdaten und der Fed-Anhörung. Geopolitische Spannungen belasten zusätzlich.

- Silber verliert seit Jahresbeginn rund 20 Prozent
- Geopolitische Spannungen treiben Ölpreise und Inflationssorgen
- Fed-Anhörung und Inflationsdaten als nächste Impulsgeber
- Charttechnik zeigt tiefe Korrektur und überverkaufte Lage
Silber steckt in einer handfesten Korrektur. Seit Jahresbeginn hat das Edelmetall rund 20,77 Prozent verloren. Allein in den vergangenen 30 Tagen ging es um 17,32 Prozent nach unten. Die neue Handelswoche bringt gleich zwei Belastungsproben: geopolitische Spannungen und wichtige US-Konjunkturdaten.
Geopolitische Spannungen belasten den Markt
Die militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran an der Straße von Hormus setzen die Rohstoffmärkte unter Druck. Die Ölpreise sprangen zeitweise um mehr als 4 Prozent nach oben. Das schürt neue Inflationssorgen.
Für Silber ist das ein Problem. Steigende Inflationserwartungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Zentralbanken die Zinsen länger hoch halten. Hinzu kommt ein fester US-Dollar, der in Krisenzeiten als sicherer Hafen gilt. Der stärkere Greenback drückte die Notierungen des weißen Metalls zusätzlich nach unten.
Fed-Anhörung und Inflationsdaten im Fokus
In der kommenden Woche blicken Marktteilnehmer auf die US-Inflationsdaten für Juni. Ökonomen erwarten daraus wichtige Hinweise zum geldpolitischen Kurs der Federal Reserve.
Dazu kommt die Anhörung von Fed-Chef Kevin Warsh vor dem Kongress. Seine Aussagen zur Konjunktur und zur Zinspolitik könnten die Richtung für Silber in der zweiten Julihälfte bestimmen. Marktteilnehmer hoffen auf Klarheit, ob die Fed trotz der jüngsten Rohstoff-Turbulenzen an ihrem restriktiven Kurs festhält.
Charttechnik zeigt tiefe Verwerfungen
Der Blick auf die Charttechnik zeigt das Ausmaß der Korrektur. Silber notiert aktuell bei 56,22 US-Dollar je Feinunze. Das liegt 16,36 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 67,22 US-Dollar.
Noch deutlicher fällt der Abstand zur 200-Tage-Linie aus. Sie steht bei 73,77 US-Dollar, das sind 23,79 Prozent über dem aktuellen Kurs. Beide Durchschnittslinien fungieren nun als Widerstand für jeden Erholungsversuch.
Der RSI von 34,6 signalisiert eine überverkaufte Marktlage, ohne bereits extreme Werte zu erreichen. Die annualisierte Volatilität von 40,16 Prozent zeigt, wie nervös der Markt gerade handelt.
Auf der Unterseite bietet das Jahrestief bei 45,51 US-Dollar vom 27. Oktober 2025 eine erste Orientierung. Aktuell liegt der Kurs noch 23,53 Prozent darüber. Vom 52-Wochen-Hoch bei 121,78 US-Dollar aus dem Januar trennen Silber inzwischen 53,84 Prozent. Der Rückgang zeigt, wie stark sich die Stimmung seit Jahresbeginn gedreht hat.
Die US-Inflationsdaten für Juni und die Anhörung von Kevin Warsh fallen in dieselbe Woche. Beide Termine dürften zeigen, ob die Fed trotz der Rohstoff-Turbulenzen an der Straße von Hormus an ihrem restriktiven Kurs festhält.
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