Silber Preis: FOMC am 17. Juni

Silber erholt sich nach Kriegsende, doch Iran-Gespräche und Fed-Treffen bestimmen die weitere Richtung.

Die Kernpunkte:
  • Kursplus nach Trump-Stopp der Luftangriffe
  • Iran-Verhandlungen als zentraler Unsicherheitsfaktor
  • Fed-Zinsentscheid am 17. Juni erwartet
  • Stabile Industrienachfrage stützt Silberpreis

Am Freitag schloss der Silber-Future bei 68,13 US-Dollar — ein Tagesplus von rund einem Prozent. Der Auslöser war eindeutig: Präsident Trump stoppte weitere Luftangriffe auf Iran und erklärte den Krieg für beendet.

Über 30 Tage betrachtet bleibt das Bild jedoch deutlich trüber. Silber hat knapp 24 Prozent verloren und notiert fast 45 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 121,78 Dollar. Der RSI liegt bei 40,7 — technisch noch kein überverkauftes Territorium, aber nah dran.

Iran-Deal: Hoffnung mit Vorbehalt

Das Freitagsrally spiegelt Hoffnung wider — keine Gewissheit. Die Verhandlungen über ein Memorandum of Understanding sollen dieses Wochenende weitergehen. Ole Hansen, Rohstoffstratege der Saxo Bank, warnt ausdrücklich vor „Headline-Chasing“. Entscheidend sei, was Iran tatsächlich tue — nicht was Trump erkläre. Unterzeichnen beide Seiten ein Abkommen, dürfte Silber in der kommenden Woche weiter zulegen. Scheitern die Gespräche, kehrt der Druck zurück.

Der Iran-Konflikt lastet auf Silber, weil steigende Energiekosten die Inflation anheizen. Das verstärkt die Erwartung, dass die Zentralbanken die Zinsen länger hoch halten — ein klassischer Gegenwind für Edelmetalle.

FOMC am 17. Juni als zweiter Richtungsgeber

Das nächste Fed-Treffen findet am 16. und 17. Juni statt. Der aktuelle Leitzins liegt bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Bis dahin ist Seitwärtsbewegung das wahrscheinlichste Szenario.

Der Ton des FOMC-Statements dürfte den nächsten Impuls setzen. Hält die Fed an ihrer Pause fest, bleibt Silber eingeengt. Signalisiert sie eine Lockerung, öffnet das strukturell Raum nach oben — Silber reagiert dabei mit mehr Hebel als Gold.

Das Gold-Silber-Ratio lag zuletzt bei rund 63,9, deutlich über dem Mai-Wert von 55,16. Historisch hat ein Verhältnis in diesem Bereich Silber-Outperformances in Erholungsphasen vorausgegangen.

Strukturelle Nachfrage als Boden

Unabhängig vom geopolitischen Rauschen bleibt die Nachfrageseite intakt. Solarmodule binden 2026 schätzungsweise 120 bis 125 Millionen Unzen, Elektrofahrzeuge weitere 70 bis 75 Millionen Unzen. Netzausbau und Rechenzentren kommen obendrein.

Das Angebot kann nicht schnell reagieren: Über 70 Prozent der Silberproduktion fällt als Nebenprodukt an. Eine rasche Ausweitung der Fördermengen ist strukturell kaum möglich.

Die Woche bringt damit drei konkrete Weichenstellungen: Ausgang der Iran-Gespräche am Wochenende, FOMC-Beschluss am Mittwoch, Entwicklung des US-Dollars. Alle drei zeigen in dieselbe Richtung — die Frage ist nur, wie schnell und wie stark.

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