Silber Preis: Iran-Oman-Korridor treibt Kurse
Friedenssignal am Persischen Golf und enttäuschende Arbeitsmarktzahlen treiben Silber auf 61,78 Dollar. Fed-Kurs bleibt entscheidend.

- Silber schließt bei 61,78 Dollar
- Ölpreis sinkt durch Hormus-Abkommen
- Schwache ADP-Daten stützen Edelmetall
- Chinesische Silbererzimporte legen stark zu
Ein Schifffahrtsabkommen zwischen Iran und Oman lässt die Ölpreise fallen. Das dämpft die Inflationssorgen und schiebt den Silberpreis nach oben. Am Donnerstag schloss die Feinunze bei 61,78 US-Dollar, nach drei Handelstagen in Folge mit steigenden Kursen. Auf Wochensicht steht damit ein Plus von 6,94 Prozent.
Straße von Hormus öffnet sich teilweise
Iran und Oman haben sich auf einen Schifffahrtskorridor durch die Straße von Hormus geeinigt. Die Meerenge zählt zu den wichtigsten Nadelöhren für den weltweiten Öltransport. Die Aussicht auf wiederhergestellte Energieflüsse aus dem Nahen Osten drückte die Ölpreise diese Woche um rund 10 Prozent.
Sinkende Ölpreise dämpfen die Inflationserwartungen. Das nimmt der US-Notenbank Druck, die Zinsen weiter anzuheben. Genau das treibt Anleger in Silber, das von niedrigeren Realzinsen profitiert.
Schwache Jobdaten verstärken den Trend
Zusätzlichen Auftrieb gab am Mittwoch ein enttäuschender ADP-Bericht. Die US-Privatwirtschaft schuf im Juli nur 44.000 neue Stellen, deutlich weniger als die erwarteten 70.000. Es ist der schwächste Wert seit Januar.
Die Märkte reagierten sofort. Sie preisen bis Jahresende nun nur noch eine Zinserhöhung ein, vor einer Woche waren es noch zwei. Für die Fed-Sitzung im September sehen die Terminmärkte die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung nur noch bei 57 Prozent, nach 67 Prozent am Vortag.
Fed-Vertreter bremsen die Euphorie
Nicht alle in der Notenbank sehen das so entspannt. Fed-Gouverneurin Lisa Cook bekräftigte ihre Bereitschaft zu weiteren Zinserhöhungen, falls die Inflation nicht sinkt. Sie warnte, die Fed habe womöglich nicht den Luxus, lange auf das 2-Prozent-Ziel zu warten.
Auch Kansas-City-Fed-Präsident Jeff Schmid mahnte zur Vorsicht. Weitere geldpolitische Straffungen könnten nötig werden, um die Inflation zurückzuführen. Diese Töne bremsen die Rally etwas, ohne sie zu stoppen.
China kauft mehr Silbererz
Neben der Geldpolitik stützt auch die physische Nachfrage aus Asien den Preis. Chinas Importe silberhaltiger Erze stiegen im Juni im Jahresvergleich um 62,5 Prozent auf 219.000 Tonnen. Der Anstieg passt zur wachsenden Produktion von Solarpanels und Stromnetzen im Land.
Aus China kommen aber auch gegenläufige Konjunktursignale. Die Industrienachfrage bleibt damit ein zweischneidiges Thema für den Silbermarkt.
Rally trifft auf schwaches Jahr
Trotz der jüngsten Stärke bleibt die Jahresbilanz durchwachsen. Seit Jahresbeginn liegt Silber noch immer 12,49 Prozent im Minus. Die Erholung der vergangenen Tage zeigt aber, wie schnell sich die Stimmung dreht, wenn geopolitische Risiken sinken und Zinssenkungen wahrscheinlicher werden.
Ob sich die Aufwärtsbewegung fortsetzt, hängt vor allem an zwei Faktoren. Zum einen an der Stabilität des neuen Nahost-Korridors, zum anderen an den nächsten US-Arbeitsmarktdaten.
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