Silber Preis: Iran-Schock auf 64,62 Dollar

Neue US-Militärschläge gegen Iran lassen Silberpreis auf Tiefstand seit März fallen. Starke US-Jobdaten und Inflationssorgen verstärken den Abwärtsdruck.

Die Kernpunkte:
  • Silber fällt auf 64,62 Dollar
  • US-Angriffe auf Iran belasten
  • Starke US-Jobdaten erhöhen Zinsdruck
  • Fünftes Defizitjahr in Folge

Innerhalb weniger Stunden verlor Silber alles, was es am Vortag gewonnen hatte. Neue US-Militärschläge gegen Iran beendeten eine kurze Erholung abrupt — und schickten den Preis auf den tiefsten Stand seit Ende März.

Waffenstillstand hielt keine 24 Stunden

Am Dienstag war Silber noch über 68 Dollar je Unze gestiegen. Iran und Israel hatten Angriffe gegeneinander eingestellt. Die Ängste vor weiterer Eskalation wichen kurz.

Dann kam der Mittwoch. Die USA starteten neue Angriffe auf Iran — ausgelöst durch den Abschuss eines amerikanischen Hubschraubers. Silber fiel auf 64,62 Dollar je Feinunze. Das entspricht einem Tagesrückgang von rund einem Prozent und einem Monatsverlust von rund 25 Prozent.

Die Straße von Hormus bleibt nahezu vollständig gesperrt. Steigende Energiepreise schüren Inflationsängste — ein direktes Problem für nicht-verzinsliche Rohstoffe wie Silber.

Fed-Wette auf Dezember-Erhöhung gewinnt an Gewicht

Der geopolitische Schock trifft auf ein bereits belastetes Zinsumfeld. Im Mai entstanden 172.000 neue Stellen in den USA — mehr als erwartet. Der Arbeitsmarkt läuft heiß.

Der US-Inflationsbericht vom heutigen Mittwoch soll zeigen, dass die Teuerung im Mai auf 4,2 Prozent gestiegen ist. Das wäre der höchste Wert seit fast drei Jahren. Die Märkte preisen inzwischen eine rund 70-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung um einen Viertelpunkt im Dezember ein. Dollar und Anleiherenditen zogen an — beides belastet Silber zusätzlich.

Strukturelles Defizit bleibt unverändert

Das kurzfristige Bild ist trüb. Langfristig sieht die Lage anders aus.

Silber verzeichnet sein fünftes Defizitjahr in Folge. Von 2021 bis 2026 summiert sich der Fehlbetrag auf 820 Millionen Unzen. Die Minenproduktion liegt bei rund 813 Millionen Unzen — und lässt sich kaum schnell ausweiten. Silber fällt überwiegend als Nebenprodukt bei der Förderung von Kupfer, Zink oder Blei an.

Die Nachfrage aus dem Bereich erneuerbare Energien bleibt strukturell stark. Das Gold-Silber-Ratio liegt bei rund 63 — damit bewegt sich Silber im historisch unauffälligen Bereich. Erst Werte über 80 gelten als Signal für eine deutliche Unterbewertung.

Ob der heutige Inflationsbericht den Verkaufsdruck verstärkt oder mildert, wird sich im Tagesverlauf zeigen. Ein Wert über 4,2 Prozent dürfte die Zinserhöhungserwartungen weiter anheizen — und Silber erneut unter Druck setzen.

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