Silber Preis: ISM-Überraschung auf 55,6 Punkte

Starke US-Industriedaten lassen Silber um fast ein Prozent fallen. Zinssorgen und Dollar-Stärke setzen dem Edelmetall am Montag zu.

Die Kernpunkte:
  • Silber verliert nach US-Wirtschaftsdaten
  • ISM-Index steigt auf 55,6 Punkte
  • Fed-Zinssenkungshoffnungen schwinden
  • Unterstützung bei 57,13 Dollar im Fokus

Starke US-Konjunkturdaten treffen den Silberpreis am Montag hart. Die Feinunze gibt bis zum Nachmittag rund 0,85 Prozent nach. Sie notiert im Bereich von 57,13 bis 57,20 US-Dollar.

Starke ISM-Daten befeuern Zinssorgen

Auslöser ist der US-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe. Das Institute for Supply Management meldet einen Anstieg auf 55,6 Punkte im Juli. Im Vormonat lag der Wert noch bei 53,3 Punkten. Analysten hatten nur mit 54,0 Punkten gerechnet.

Die US-Industrie wächst so schnell wie seit über vier Jahren nicht mehr. Das dämpft die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen der Federal Reserve. Ein robuster Industriesektor gibt der Notenbank Spielraum, die Zinsen länger hoch zu halten und Inflation einzudämmen.

Silber zahlt keine Zinsen. Steigen die Renditeerwartungen am Markt, verliert das Metall an Attraktivität. Genau das passiert am Montag.

Industrie brummt, Investoren zögern

Der Markt zeigt eine klare Spaltung. Starke Konjunkturdaten deuten eigentlich auf solide physische Nachfrage hin, etwa aus der Solarbranche und der Elektronikindustrie. Am Wochenstart überwiegen dennoch die makroökonomischen Gegenwinde.

Der US-Dollar legt im Zuge der guten Wirtschaftsdaten zu. Das belastet den Silberpreis zusätzlich. In Euro gerechnet notiert die Feinunze am Nachmittag bei etwa 49,57 Euro.

Kurzfristig dominieren US-Renditen und Wechselkurse die Preisbildung. Das langfristige Angebotsdefizit am physischen Markt tritt derzeit in den Hintergrund.

Charttechnik: Blick auf 57,13 Dollar

Silber versuchte in der vergangenen Woche noch, sich über der Marke von 58 US-Dollar zu halten. Nun rückt die Unterstützung bei 57,13 US-Dollar in den Fokus. Bricht diese Marke nachhaltig, drohen laut Analysten weitere Verkäufe Richtung 56,60 US-Dollar.

Der Vergleich zu den Rekordständen vom Januar 2026 zeigt das Ausmaß der Korrektur. Damals erreichte Silber zeitweise 116 bis 121 US-Dollar. Auf der Oberseite bleibt die Marke von 60,00 US-Dollar der entscheidende Widerstand — nur ein Ausbruch darüber würde den kurzfristigen Abwärtstrend brechen.

Die kommenden US-Inflationsdaten dürften den nächsten Kursimpuls liefern. Sie zeigen, wie viel Spielraum die Fed für ihren Zinspfad tatsächlich hat.

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