Silber Preis: J.P. Morgan senkt 2026-Prognose auf 70 Dollar

Silber verzeichnet deutliche Verluste durch steigende Anleiherenditen und das Auslaufen des US-Iran-Abkommens. J.P. Morgan senkt seine Preisprognosen.

Die Kernpunkte:
  • Silber fällt auf 63,48 Dollar
  • US-Iran-Abkommen läuft aus
  • J.P. Morgan senkt Silberprognose deutlich
  • Fed-Zinspolitik und Industrienachfrage stützen

Silber verliert deutlich an Wert. Das Edelmetall notiert aktuell zwischen 63 und 65 US-Dollar je Feinunze. Steigende Anleiherenditen und das Ende eines US-Iran-Abkommens schicken den Kurs auf Talfahrt.

Renditen und Nahost-Spannungen belasten

Am 18. August fiel Silber auf 63,48 US-Dollar je Feinunze. Das ist ein Rückgang von 3,49 Prozent gegenüber dem Vortag. Grund waren globale Anleiherenditen auf Mehrjahreshöhen.

Sorgen über hohe Staatsausgaben und anhaltende Inflation trieben die Renditen nach oben. Steigende Ölpreise verschärften die Zinsängste zusätzlich.

Yahoo Finance meldete für den gleichen Tag einen ähnlichen Verlauf. Die September-Futures auf Silber eröffneten bei 65,90 US-Dollar je Feinunze, 0,5 Prozent unter dem Schlusskurs vom Montag. Im Tagesverlauf rutschte der Kurs weiter auf 65,12 US-Dollar.

Hinzu kommt ein zweiter Belastungsfaktor: die gescheiterte Diplomatie im Nahen Osten. Eine 60-tägige Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran lief am Montag aus, ohne dass eine alternative Einigung vorlag. Der Silberpreis schwankte am Dienstagmorgen zwischen 65 und 66 US-Dollar je Unze. In der Folge zogen Ölpreise und Renditen von US-Staatsanleihen weiter an.

Für Silber entsteht dadurch ein widersprüchliches Umfeld. Höhere Ölpreise bergen weiterhin ein Inflationsrisiko, jüngste Wirtschaftsdaten deuten aber auf eine Verlangsamung der Konsumausgaben hin. Das Inflationsrisiko wirkt als Gegenwind. Ein wirtschaftlicher Abschwung könnte dagegen die Investmentnachfrage nach dem Metall steigern.

J.P. Morgan senkt Preisprognose deutlich

J.P. Morgan Global Research hat seine Jahresprognose für Silber deutlich zurückgenommen. Die Bank erwartet für das vierte Quartal 2026 nur noch einen Preis von 63 US-Dollar je Unze.

Für den Jahresdurchschnitt 2026 rechnet J.P. Morgan mit 70 US-Dollar, für 2027 mit 63 US-Dollar. Im Mai hatte die Bank noch einen Jahresdurchschnitt von 84 US-Dollar angesetzt. Das ist eine deutliche Kürzung.

Als Begründung nennt die Bank den Abbau der physischen Marktverknappung. Im Vorjahr habe ein illiquider, angespannter physischer Markt die Volatilität von Silber verschoben. Das begünstigte eine deutliche Outperformance während der Gold-Rally.

Nun sieht die Bank das gegenteilige Szenario. Der Abbau der Angebotsknappheit schafft ein Umfeld, in dem Silber an schwachen Gold-Tagen deutlich stärker einbricht. Das wäre eine Umkehrung des Vorjahres.

Zinserwartungen und industrielle Nachfrage stützen

Trotz der jüngsten Korrektur bleibt die Zinspolitik der US-Notenbank der wichtigste Preistreiber. Silber fand zuletzt Unterstützung durch nachlassende Erwartungen an eine Zinserhöhung der Fed. Grund waren mehrere schwache US-Konjunkturdaten.

Die Märkte erwarten nun, dass die Fed die Zinsen im September unverändert lässt. Investoren blicken auf die Protokolle der Fed-Sitzung im Juli. Zusätzlich richten sie den Blick auf die Kommentare von Fed-Chef Kevin Warsh beim Jackson-Hole-Symposium.

Auch die industrielle Nachfrage bleibt ein struktureller Stützfaktor. Silber profitiert von der grünen Energiewende, von Solarmodulen und Elektrofahrzeugen. Auch der Ausbau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz treibt den Bedarf.

Kurzfristig geben geopolitische Unsicherheit und steigende Renditen den Ton an. Die langfristigen Treiber liegen woanders: in der Zinspolitik der Fed und in der industriellen Nachfrage. Beide bleiben im Zentrum der Marktbeobachtung, während J.P. Morgan seine Erwartungen für 2026 und 2027 bereits nach unten korrigiert hat.

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