Silber Preis: JPMorgan senkt auf 60–65 Dollar
Silber erlebt volatile Handelstage mit Prognosekürzungen großer Banken, während First Majestic starke Quartalszahlen meldet.

- Silberpreis zeigt volatile Schwankungen
- Großbanken senken mittelfristige Silberziele
- First Majestic mit deutlichem Gewinnsprung
- Fed lässt Leitzins unverändert
Silber hat in den vergangenen Handelstagen einen turbulenten Kursverlauf hingelegt. Schwächer als erwartete US-Inflationsdaten drückten den Dollar und trieben das Edelmetall deutlich nach oben, ehe sich der Greenback wieder erholte und die Notierung einen Teil der Gewinne wieder abgab. Auslöser der Bewegung war der US-Kern-PCE-Preisindex für Juni, der im Monatsvergleich nur um 0,1 Prozent zulegte und damit die Prognose von 0,2 Prozent verfehlte. Auf Jahressicht lag die Kernrate bei 3,3 Prozent, nach 3,4 Prozent im Vormonat. Der Gesamt-PCE-Index gab sogar um 0,1 Prozent nach, die höchste annualisierte Rate von 3,7 Prozent fiel damit ebenfalls schwächer aus als zuvor. Hinzu kam ein enttäuschendes US-Wachstum: Das Bruttoinlandsprodukt legte im zweiten Quartal annualisiert nur um 1,5 Prozent zu, während Ökonomen mit 2,1 Prozent gerechnet hatten.
Die US-Notenbank hielt am Mittwoch zum fünften Mal in Folge an ihrem Leitzins von 3,50 bis 3,75 Prozent fest. Das Votum fiel mit 9 zu 3 Stimmen aus, drei Mitglieder des Offenmarktausschusses plädierten für eine Anhebung. Fed-Chef Kevin Warsh betonte laut Berichterstattung, dass die Notenbank ihr Inflationsziel von 2 Prozent weiterhin für nicht erreicht hält. Der Marktanalyst James Hyerczyk verwies darauf, dass die Fed die Teuerung trotz der jüngsten Abschwächung nach wie vor als zu hoch einstuft. Parallel belasteten Spekulationen über eine japanische Interventionsmaßnahme den Dollar zusätzlich, was Gold und Silber kurzzeitig beflügelte, bevor sich der Greenback im Zuge steigender US-Iran-Spannungen wieder festigte.
Wall Street senkt Prognosen – das Defizit bleibt
Trotz der jüngsten Kursstärke greifen mehrere Großbanken inzwischen zur Kürzung ihrer mittelfristigen Silberprognosen. JPMorgan senkte sein Kursziel auf eine Spanne von 60 bis 65 US-Dollar je Unze, nachdem das Haus zuvor rund 81 US-Dollar in Aussicht gestellt hatte. UBS reduzierte ihre Schätzung für das globale Angebotsdefizit um 80 Prozent auf eine Spanne von 60 bis 70 Millionen Unzen, verglichen mit einer offiziellen Zahl von 46,3 Millionen Unzen. Auch ING strich seine Prognosen für das dritte und vierte Quartal zusammen, Commerzbank nennt aktuell ein Ziel von 67 US-Dollar.
Andere Häuser bleiben deutlich optimistischer: Citi sieht Silber langfristig bei 110 US-Dollar, Bank of America bei 85,93 US-Dollar und Goldman Sachs in einer Spanne von 85 bis 100 US-Dollar. Der von der London Bullion Market Association ermittelte Konsens liegt bei 79,57 US-Dollar. Der aktuelle Marktpreis bewegt sich damit spürbar unterhalb sämtlicher genannter Kursziele – ungeachtet dessen, dass das physische Angebotsdefizit im laufenden Jahr bereits das sechste Jahr in Folge anhält. Für Anleger bedeutet diese Diskrepanz vor allem eines: Die fundamentale Knappheitsthese bleibt intakt, während kurzfristige Zinserwartungen und Dollarbewegungen den Preis stärker bewegen als das physische Marktgeschehen.
Produzenten profitieren von robuster Nachfrage
Auf der Angebotsseite liefert First Majestic Silver ein Beispiel dafür, wie stark Produzenten von der Preisentwicklung profitieren. Der Umsatz des zweiten Quartals 2026 kletterte im Jahresvergleich um 57 Prozent auf 415,5 Millionen US-Dollar, der Nettogewinn erreichte 109,4 Millionen US-Dollar. Die Silberproduktion stieg um 3 Prozent auf knapp 3,8 Millionen Unzen, bei Gesamtkosten von 25,68 US-Dollar je Unze inklusive Nachhaltigkeitsinvestitionen. Das Unternehmen erhöhte seine Dividende um 217 Prozent gegenüber dem Vorjahr und kaufte im Berichtszeitraum eigene Aktien zurück.
Für die weitere Kursrichtung dürften geopolitische Risiken rund um den Nahen Osten und die nächsten US-Inflationsdaten am 12. August richtungsweisend sein. Bis dahin dürfte die Unsicherheit über den Kurs der Fed hoch bleiben – mit entsprechendem Spielraum für weitere Ausschläge bei Silber.
Silber Preis: Kaufen oder verkaufen?! Neue Silber Preis-Analyse vom 31. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Silber Preis-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Silber Preis-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 31. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Silber Preis: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




