Silber Preis: Kevin Warshs erste Fed-Sitzung

Silber verliert in vier Wochen rund 24 Prozent. Die erste Fed-Sitzung unter Kevin Warsh könnte die Trendwende einleiten.

Die Kernpunkte:
  • Silber mit 24 Prozent Monatsverlust
  • Gold-Silber-Ratio steigt auf 64
  • Fed-Zinsausblick als Schlüsselfaktor
  • Industrielle Nachfrage stützt langfristig

Der Silberpreis hat einen brutalen Monat hinter sich. Rund 24 Prozent Wertverlust stehen für die vergangenen vier Wochen in den Büchern. Am Freitag schloss das Edelmetall bei 68,13 US-Dollar. Ein leichtes Plus von einem Prozent stoppte den freien Fall vorerst.

Geopolitik trifft auf Fed-Premiere

Zwei große Themen dominieren aktuell den Markt. Washington und Teheran verhandeln über ein Friedensabkommen. Ein diplomatischer Deal würde den Ölpreis drücken und den globalen Inflationsdruck senken. Das gibt der US-Notenbank mehr Spielraum für ihre anstehende Zinssitzung am Mittwoch. Der Leitzins bleibt laut Markterwartungen unangetastet.

Dennoch blicken Händler gebannt auf das Treffen in Washington. Kevin Warsh leitet seine erste Sitzung als Fed-Chef. Sein Ausblick auf künftige Zinsen gilt als zentraler Kurstreiber. Fällt dieser zinssenkend aus, profitiert das zinslose Silber massiv.

Silber wird relativ günstiger

Der aktuelle Preisverfall rückt historische Vergleiche in den Fokus. Das Gold-Silber-Ratio kletterte zuletzt auf knapp 64. Im Mai lag dieser Wert noch bei 55. Silber wird im direkten Vergleich zu Gold also spürbar günstiger.

Auch der Blick auf den Chart zeigt das Ausmaß der Korrektur. Seit dem Jahreshoch bei fast 122 US-Dollar verlor Silber 44 Prozent an Wert. Marktbeobachter sehen darin keine strukturelle Trendwende. Vielmehr werten sie den Rücksetzer als heftige Korrektur in einem intakten Bullenmarkt.

Industrie stützt den Boden

Langfristig sichert die physische Nachfrage den Preis ab. Rechenzentren, KI-Technologien und die Automobilindustrie brauchen verlässlich Silber. Diese industrielle Basis kauft unabhängig von Zinsentscheidungen weiter.

Parallel dazu bleibt das weltweite Angebot eng. Über 70 Prozent der Produktion fallen lediglich als Nebenprodukt anderer Metalle an. Minenbetreiber können ihre Förderung daher nicht kurzfristig hochfahren. Die Folge: Ein strukturelles Defizit stützt den Markt.

Am Mittwoch liefert die Fed die nächsten harten Fakten. Der neue Zinsausblick von Kevin Warsh bestimmt den kurzfristigen Trend. Ein klares Signal für mittelfristig sinkende Zinsen könnte die massive Preiskorrektur beenden.

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