Silber Preis: Kurs springt nach Ausverkauf

Silber steigt auf 65,93 US-Dollar, bleibt wöchentlich im Minus. Ein erwartetes Defizit von 46,3 Millionen Unzen stützt den Markt.

Die Kernpunkte:
  • Spot-Silber legt 2,0 Prozent zu
  • Wochenbilanz bleibt mit 1,7 Prozent negativ
  • Monatsplus erreicht 5,9 Prozent
  • Globales Defizit von 46,3 Millionen Unzen erwartet

Silber zeigt sich zu Wochenbeginn September wieder lebendig. Nachdem der Preis in der vergangenen Woche kräftig unter Druck geraten war, kletterte Spot-Silber am Mittwoch auf 65,93 US-Dollar je Feinunze – ein Tagesplus von 2,0 Prozent. Getrieben wurde die Erholung laut Medienberichten von einem schwächeren US-Dollar sowie der Erwartungshaltung vor den anstehenden US-Arbeitsmarktdaten.

Ausverkauf mit Nachwirkungen

Der aktuelle Kursanstieg lässt sich nur vor dem Hintergrund der vorangegangenen Talfahrt einordnen. Spot-Silber war zwischenzeitlich bis auf 64,46 US-Dollar gefallen, nachdem globale Anleiherenditen kräftig gestiegen waren und Edelmetalle insgesamt unter Verkaufsdruck gerieten.

Medienberichten zufolge büßte der Preis an einem einzelnen Handelstag zeitweise mehr als 3 Prozent ein. Über mehrere Sitzungen hinweg blieb der Markt entsprechend nervös: Auf ein Tagesminus von 2,46 Prozent folgten Phasen der Stabilisierung um die 64-Dollar-Marke, bevor die jüngste Erholung einsetzte.

Diese Schwankungsbreite spiegelt sich auch in der kurzfristigen Bilanz wider: Auf Wochensicht steht Silber trotz der jüngsten Erholung noch mit 1,7 Prozent im Minus. Erst auf Monatssicht zeigt sich ein deutlich freundlicheres Bild mit einem Plus von 5,9 Prozent – ein Hinweis darauf, dass der Markt trotz der jüngsten Turbulenzen den grundsätzlich positiven Trend der vergangenen Wochen nicht verloren hat.

Blick auf die fundamentale Lage

Losgelöst von der Tagesvolatilität bleibt die strukturelle Angebotssituation ein Thema, das den Silbermarkt seit Jahren begleitet. Der aktuelle World Silver Survey von Silver Institute und Metals Focus bezifferte das erwartete globale Angebotsdefizit für 2026 auf 46,3 Millionen Unzen, nach 40,3 Millionen Unzen im Vorjahr.

Dem prognostizierten Minenangebot von 844,1 Millionen Unzen steht demnach eine Nachfrage gegenüber, die trotz eines erwarteten Rückgangs bei Industrie- und Schmucknachfrage insgesamt hoch bleibt. Das physische Investment soll dem Bericht zufolge um 18 Prozent zulegen, während das Recycling um 7 Prozent steigen soll.

Diese Gemengelage – schwächere Industrienachfrage bei gleichzeitig starkem Anlegerinteresse – erklärt einen Teil der Nervosität an den Terminmärkten. Kurzfristige Zins- und Dollarbewegungen, wie sie zuletzt vor den US-Arbeitsmarktdaten zu beobachten waren, treffen auf einen Markt, der fundamental angespannt bleibt, aber empfindlich auf makroökonomische Signale reagiert.

Was Anleger jetzt beachten sollten

Für Anleger bleibt die Gemengelage zweigeteilt: Kurzfristig dominieren Dollar-Bewegungen und Zinserwartungen die Kursausschläge, während sich mittelfristig das strukturelle Angebotsdefizit als preisstützender Faktor erweist.

Die Diskrepanz zwischen der schwachen Wochenperformance und der robusteren Monatsbilanz verdeutlicht, wie stark kurzfristige Nachrichtenlage und längerfristige fundamentale Trends derzeit auseinanderdriften. Die kommenden US-Arbeitsmarktdaten dürften kurzfristig richtungsweisend bleiben, ohne die strukturelle Angebotsknappheit zu verändern.

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