Silber Preis: Renditen drücken weiter?
Hohe US-Anleiherenditen belasten Silber weiterhin; die UBS sieht bis 2027 mögliche Kursziele von bis zu 80 US-Dollar.

- Silber verliert an der COMEX ein Prozent
- September bringt 29.000 neue US-Arbeitsplätze
- COMEX-Bestände umfassen 337,58 Millionen Unzen
- UBS nennt 80 US-Dollar als mögliches Ziel
Trotz nachlassender Zinssorgen bleibt der Silbermarkt in einer defensiven Haltung. Zwar sorgte der am Freitag veröffentlichte US-Arbeitsmarktbericht für eine spürbare Abkühlung der Zinserwartungen. Die anhaltend hohen Renditen der US-Staatsanleihen verhindern jedoch eine nachhaltige Entlastung bei den Edelmetallen.
Am Freitag beendete der Silberpreis den Handel an der COMEX mit einem Minus von 1,0 Prozent bei 60,71 USD je Feinunze. Im Wochenverlauf zeigte sich der Markt damit weiterhin anfällig für Umschichtungen in festverzinsliche Papiere.
Gemischte Signale vom US-Arbeitsmarkt
Auslöser der jüngsten Marktbewegungen waren die offiziellen Beschäftigungsdaten aus den Vereinigten Staaten. Die US-Wirtschaft schuf im September außerhalb der Landwirtschaft lediglich 29.000 neue Arbeitsplätze. Gleichzeitig stieg die Arbeitslosenquote auf 4,2 Prozent.
Dieser überraschend deutliche Dämpfer dämpfte an den Terminmärkten die Erwartung weiterer Zinsschritte der Federal Reserve für den Oktober. Der US-Dollar gab in der Folge zunächst nach, was dem Edelmetall kurzfristig Auftrieb verlieh.
Dennoch reichte der Impuls nicht aus, um den Abwärtstrend zu brechen. Das Analysehaus JKCM hatte bereits zu Wochenbeginn darauf verwiesen, dass vor allem die gestiegenen realen US-Renditen und die damit verbundenen höheren Haltekosten die Notierungen belasten.
Für Rohstoffinvestoren bedeutet dieses Zinsumfeld ein schwieriges Fahrwasser. Solange festverzinsliche US-Anleihen attraktive risikofreie Renditen bieten, meiden viele Marktteilnehmer zinslose Sachwerte wie Silber.
Physische Verfügbarkeit und Lagerbestände
Neben den makroökonomischen Rahmenbedingungen richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Situation am physischen Markt. Josh Phair, CEO des Prägeunternehmens Scottsdale Mint, wies Ende September darauf hin, dass die Verarbeitung in den Schmelzen derzeit drei bis vier Monate hinterherhinke.
Gleichzeitig sei raffiniertes Fertigmetall in den USA aber reichlich verfügbar. Ein akuter Engpass bei Endprodukten liegt nach dieser Einschätzung somit nicht vor.
Auch die Bestandsdaten der Terminbörsen zeichnen ein klares Bild des Angebots. Am 1. Oktober wiesen die US-Lagerhäuser der COMEX einen Gesamtbestand von 337,58 Millionen Unzen Silber aus. Davon waren 101,10 Millionen Unzen als unmittelbar lieferfähig registriert, während 236,48 Millionen Unzen den Status nicht registrierter Lagerbestände hatten.
Mittelfristiger Ausblick bleibt konstruktiv
Trotz des aktuellen Gegenwinds rechnen einige Marktbeobachter mittelfristig mit besseren Perspektiven. Dominic Schnider, Stratege bei der Schweizer Großbank UBS, beschrieb das Edelmetall am 21. September als eng an die Entwicklung des Goldpreises gekoppelt. Da Silber erfahrungsgemäß mit größeren Ausschlägen auf Goldbewegungen reagiere, eröffne dies bei einer Zinswende erhebliches Erholungspotenzial.
Die UBS nannte in ihrer Einschätzung ein Kursziel von 70 US-Dollar je Unze bis Dezember 2026. Bis März und Juni 2027 hält das Institut einen Anstieg auf 75 US-Dollar für möglich, gefolgt von einer Zielmarke von 80 US-Dollar bis September 2027.
Kurzfristig dürfte der Markt jedoch datengetrieben bleiben. Neue Hinweise auf den weiteren Zinspfad der Federal Reserve verspricht der US-Verbraucherpreisindex für den September, dessen Veröffentlichung für den 14. Oktober terminiert ist. Bis dahin bleibt das Zusammenspiel aus Anleiherenditen und Devisenkursen der bestimmende Taktgeber für die Notierungen.
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