Silber Preis: Sturz von 70 auf 64 Dollar
Die US-Notenbank treibt mit Zinserhöhungsängsten den Silberpreis auf 64 Dollar. Trotz Angebotslücke und starker Industrienachfrage sind Analysten uneins über die weitere Entwicklung.

- Silberpreis fällt auf 64 Dollar
- Fed-Sitzung löst Zinsängste aus
- Angebotsdefizit von 46 Millionen Unzen
- Industrienachfrage bleibt stabil
Silber verliert massiv an Wert. Allein in der Woche der Fed-Sitzung stürzte der Preis von knapp 70 auf 64 Dollar ab. Der Grund liegt in Washington. Die US-Notenbank schlägt unerwartet harte Töne an und verschreckt die Rohstoffmärkte.
Zinsangst statt Zinssenkung
Kevin Warsh leitete sein erstes Treffen als Fed-Vorsitzender ohne Zinsänderung. Er verzichtete auf eine eigene Zinsprognose. Die übrigen Ausschussmitglieder sind gespalten: Die Hälfte erwartet höhere Zinsen, die andere Hälfte rechnet mit unveränderten oder niedrigeren Sätzen bis Ende 2026.
Die Märkte reagieren prompt. Händler preisen aktuell eine Wahrscheinlichkeit von 66 Prozent für eine Zinserhöhung bis Dezember ein. Zuletzt war die US-Inflation auf 4,2 Prozent geklettert. Die Folge: Zinslose Anlagen wie Silber verlieren massiv an Attraktivität.
Am 25. Juni blicken Händler auf neue Inflationsdaten. Die Fed bevorzugt den PCE-Index gegenüber den klassischen Verbraucherpreisen. Dieser Wert beeinflusst die künftigen Zinsschritte direkt. Fällt die Inflation hoch aus, dürfte das den Silberpreis weiter drücken.
Industrie stützt den Markt
Trotz des geldpolitischen Gegenwinds bleibt das physische Angebot knapp. Silber verzeichnet erneut ein globales Angebotsdefizit. Das Silver Institute rechnet für 2026 mit einer Lücke von 46,3 Millionen Unzen. Im Vorjahr fehlten noch 40,3 Millionen Unzen.
Die Nachfrage ruht auf zwei Säulen. Der monetäre Motor stottert aktuell wegen der Zinsangst. Der industrielle Motor läuft hingegen auf Hochtouren. Hersteller von Solarpaneelen, Elektroautos und KI-Infrastruktur kaufen kontinuierlich weiter. Diese Käufer ignorieren die Zinsentscheidungen der Notenbank.
Analysten extrem gespalten
Das Gold-Silber-Ratio kletterte zuletzt wieder auf 64. Damit ist Silber im historischen Vergleich nicht mehr extrem günstig. Analysten bewerten die Zukunftsaussichten völlig unterschiedlich. TD Securities rechnet mit einem Absturz auf durchschnittlich 44 Dollar im Gesamtjahr 2026.
Die Commerzbank sieht den Preis hingegen bald bei 90 Dollar. OCBC erwartet für Mitte 2027 sogar einen Anstieg auf 95 Dollar. Hält die starke industrielle Nachfrage an, rücken diese Kursziele schnell in greifbare Nähe.
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