Silber Preis: UBS senkt Defizit auf 60–70 Millionen Unzen

Indische Importrestriktionen und eine gesenkte Defizitprognose der UBS drücken den Silberpreis unter 76 Dollar.

Die Kernpunkte:
  • Silberpreis fällt unter 76 Dollar
  • Indien schränkt Silberimporte ein
  • UBS senkt Angebotsdefizit-Prognose
  • Fed-Zinserwartungen belasten zusätzlich

Zwei Hiobsbotschaften treffen den Silbermarkt gleichzeitig — und der Preis zeigt es deutlich. Am Montag notierte das Edelmetall im asiatischen Handel bei rund 75,91 US-Dollar je Feinunze, klar unterhalb der 80-Dollar-Marke. Als Auslöser gelten überraschende indische Importrestriktionen und eine drastisch gesenkte Defizitprognose der UBS.

Nachfrageausfall und revidierte Prognosen

Indien zählt zu den größten Silberkonsumenten weltweit. Die neu eingeführten Importbeschränkungen wecken deshalb Befürchtungen über einen erheblichen Wegfall physischer Nachfrage — zumal das Land im Vorjahr maßgeblich zur Marktstabilisierung beigetragen hatte.

Die UBS verschärft den Druck mit einer fundamentalen Neubewertung. Die Analysten senkten ihre Prognose für das globale Angebotsdefizit 2026 von ursprünglich 300 Millionen Unzen auf nur noch 60 bis 70 Millionen Unzen. Begründung: nachlassende Dynamik in der Photovoltaik-Industrie und eine stabile Minenproduktion, die den erwarteten Versorgungsengpass deutlich abmildert.

Physische Lage erzählt eine andere Geschichte

An den Warenterminbörsen zeichnet sich ein anderes Bild ab. Die COMEX-Lagerbestände fielen auf rund 301 Millionen Unzen — seit Jahresbeginn 2026 ein Rückzug von über 34 Millionen Unzen. Der bevorstehende Auslieferungszyklus für den Juni-Kontrakt rückt damit ins Blickfeld.

Händler berichten, dass die Prämien für physische Ware gegenüber den Papierpreisen wieder gestiegen sind. Hinzu kommen Berichte über logistische Probleme bei peruanischen Minenbetreibern, wo Spekulationen über Treibstoffknappheit die Produktion beeinträchtigen könnten. Kurzfristig stützte das den Preis — bevor makroökonomische Daten die Oberhand gewannen.

Fed-Erwartungen belasten zusätzlich

Das Zinsumfeld bleibt ungünstig. Der US-Erzeugerpreisindex lag im April bei 6 Prozent, der Verbraucherpreisindex bei 3,8 Prozent. Damit sind Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen vorerst vom Tisch — Investoren preisen inzwischen sogar eine weitere Zinserhöhung im Jahresverlauf ein.

Für Silber ist das ein strukturelles Problem: Das Metall wirft keine Zinsen ab und verliert gegenüber steigenden Anleiherenditen und einem festeren US-Dollar an Attraktivität. Die Fed-Sitzung am 16. und 17. Juni wird zeigen, ob die Notenbank den Kurs weiter verschärft — und damit den Druck auf Edelmetalle aufrechterhält.

Der Bereich zwischen 74 und 76 US-Dollar gilt als kritische Unterstützungszone. Auf der Oberseite wäre ein Ausbruch über 82 US-Dollar nötig, um das bullische Momentum vom Jahresanfang zurückzugewinnen. Solange die Divergenz zwischen schwachem industriellen Ausblick und sinkenden physischen Lagerbeständen anhält, bleibt die Volatilität hoch.

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