Silber Preis: Warsh-Spitze dreht Zinserwartungen

Steigende Zinserwartungen belasten Silber, während das sechste Defizitjahr in Folge die physische Versorgungslage spannt.

Gegenläufige Kräfte prägen den Silbermarkt. Während die neue Fed-Spitze um Kevin Warsh die Zinserwartungen nach oben dreht, bleibt die physische Versorgungslage angespannt. Das sechste Defizitjahr in Folge zeichnet sich ab.

Am Freitag schloss Silber bei 76,34 US-Dollar – ein Minus von 0,50 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht verlor das Edelmetall 1,55 Prozent. Der RSI liegt mit 58,9 Punkten im neutralen Bereich, der Kurs bewegt sich knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn steht aber immer noch ein Plus von 5,65 Prozent.

Neue Fed-Führung setzt auf Straffung

Kevin Warsh ist als neuer Fed-Vorsitzender bestätigt. Die Märkte reagierten prompt: Das CME FedWatch-Tool signalisiert für den Rest des Jahres 2026 kaum noch Spielraum für Zinssenkungen. Der Grund liegt in der Inflation. Im April erreichte die Teuerungsrate mit 3,8 Prozent den höchsten Stand seit drei Jahren – die Energiekosten zogen um fast 18 Prozent an.

Für Silber ist das eine schwierige Kombination. Als unverzinstes Asset steigen bei höheren Realrenditen die Opportunitätskosten. Investoren lösten Positionen auf.

Angebotslücke bleibt bestehen

Dem makroökonomischen Gegenwind steht eine angespannte physische Lage gegenüber. Der „World Silver Survey 2026“ prognostiziert ein Defizit von rund 67 Millionen Unzen. Die weltweite Nachfrage übersteigt Minenproduktion und Recycling damit das sechste Jahr in Folge.

Die an der COMEX registrierten Silbervorräte sind unter 100 Millionen Unzen gefallen. Die industrielle Nachfrage bleibt stabil, angetrieben durch KI-Infrastruktur und Batterietechnologien. Analysten der UBS haben jedoch ihre Erwartungen an die Investmentnachfrage von 400 auf 300 Millionen Unzen gesenkt – die Konjunktursignale sind zu schwach.

Technische Marken im Blick

Nach der Korrektur vom Zwischenhoch bei über 86 US-Dollar hat sich Silber zuletzt oberhalb der Unterstützungszone von 74 bis 75 US-Dollar stabilisiert. Für die neue Handelswoche gilt: Ein nachhaltiger Anstieg über 79,49 US-Dollar würde das kurzfristig bärische Momentum brechen. Hält der Verkaufsdruck an, liegt die nächste Haltemarke bei 72,40 US-Dollar.

Die entscheidenden Impulse kommen Mitte Juni – dann tagt der Offenmarktausschuss der Fed erneut. Die Zinsentscheidung dürfte richtungsweisend für die Edelmetallbewertung im zweiten Quartal werden.

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