Silber Preis: World Survey bestätigt sechstes Defizit
Der Silberpreis wird durch geldpolitische Unsicherheit um den Fed-Kandidaten Warsh und geopolitische Spannungen mit Iran belastet, trotz eines anhaltenden strukturellen Marktdefizits.

- Nominee Warsh belastet Silber mit hawkischer Haltung
- Geopolitische Spannungen mit Iran drücken auf Edelmetalle
- Markt verzeichnet sechstes Jahresdefizit in Folge
- Analysten sehen breite Kurszielspanne für Silber
Silber kostet aktuell unter 77 Dollar je Unze — und zwei Ereignisse bestimmen das Bild: die Senatsanhörung von Kevin Warsh als möglichem nächsten Fed-Chef sowie die festgefahrenen US-Iran-Gespräche. Beides überlagert ein Fundament, das eigentlich für steigende Preise spricht.
Warsh als Belastungsfaktor
Der von Präsident Trump nominierte Warsh trat am Dienstag vor dem Senat-Bankenausschuss auf. Für Silber ist sein Name kein gutes Zeichen: Bereits bei seiner Nominierung Ende Januar verlor das Metall mehr als 30 Prozent vom Rekordhoch bei rund 121,60 Dollar — ein Reflex auf Warshs bekannte Skepsis gegenüber geldpolitischer Lockerung und seine Präferenz für einen starken Dollar.
Bei der Anhörung übte Warsh Kritik an der Geldpolitik der vergangenen Jahre und plädierte für weniger vorausschauende Zinsentscheidungen. Zur Inflation sagte er, der Verlauf verbessere sich, „aber es bleibe noch Arbeit zu tun.“ Seine Bestätigung ist alles andere als sicher: Ein republikanischer Senator hat angekündigt, die Abstimmung zu blockieren, bis das Justizministerium seine Ermittlungen gegen die Fed einstellt.
Geopolitik liefert zusätzlichen Gegenwind
Parallel belastet die Unsicherheit rund um die US-Iran-Gespräche. Die Straße von Hormuz blieb weitgehend geschlossen, steigende Ölpreise schürten Inflationssorgen — und hoben Dollar wie Anleiherenditen an. Beides drückt auf Edelmetalle.
Kurzfristig sorgte Trumps Ankündigung, weitere Angriffe zu verzögern, bis Iran einen neuen Vorschlag vorlegt, für eine leichte Gegenbewegung. Die Verhandlungen selbst gelten jedoch als zerrüttet: Berichten zufolge sagte Vizepräsident Vance eine geplante Reise nach Islamabad ab, nachdem Teheran über Pakistan mitteilen ließ, nicht teilnehmen zu wollen.
Strukturelles Defizit als Gegengewicht
Das kurzfristige Kursbild steht in scharfem Kontrast zum Fundamentalbild. Laut dem World Silver Survey 2026 des Silver Institute verzeichnete der Markt 2025 sein fünftes aufeinanderfolgendes Jahresdefizit. Für 2026 wird ein sechstes erwartet — mit einem Fehlbetrag von 46,3 Millionen Unzen. Seit 2021 wurden rund 762 Millionen Feinunzen aus weltweiten Lagerbeständen entnommen, was in etwa einer vollen Jahresminenproduktion entspricht.
Die physische Investmentnachfrage dürfte 2026 um 18 Prozent auf 227 Millionen Unzen steigen — ein Dreijahreshoch. Die industrielle Nachfrage gibt hingegen um rund 3 Prozent nach, verbleibt aber deutlich über dem Niveau vor der Pandemie.
Die Kurszielspannen der Analysten sind weit: Bloomberg Intelligence nennt 50 bis 100 Dollar je Unze als mehrjähriges Band, Goldman Sachs einen Jahresdurchschnitt von 85 bis 100 Dollar, J.P. Morgan 81 Dollar. Die Bank of America skizziert in einem verhältnisbasierten Bullen-Szenario sogar 135 bis 309 Dollar — getrieben von anhaltendem Angebotsdefizit und Dollarschwäche. Ob sich das strukturelle Fundament gegen den Gegenwind aus Zinspolitik und Geopolitik durchsetzt, hängt wesentlich davon ab, wie schnell Klarheit über Warshs Bestätigung und den Iran-Konflikt entsteht.
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