Silber Preis: Zinserwartungen lösen Talfahrt aus

Silber verlor binnen eines Handelstags 5,6 Prozent. Zinssorgen drücken den Preis, während 62,54 und 56,54 Dollar als Marken gelten.

Die Kernpunkte:
  • Silber verliert 5,6 Prozent
  • Kurs fällt auf 64,09 Dollar
  • Zinserwartungen belasten die Nachfrage
  • Unterstützung bei 62,54 Dollar

Silber ist am Donnerstag deutlich unter Druck geraten und hat damit eine Talfahrt fortgesetzt, die sich bereits über die vergangenen Wochen abgezeichnet hatte. Der Preis schloss bei 64,09 US-Dollar je Feinunze, ein Minus von 5,6 Prozent an nur einem Handelstag.

Reuters berichtete, dass Silber nach dem kräftigen Rückgang wieder unter Druck stand und aus charttechnischer Sicht weiteres Abwärtspotenzial sah. Als relevante Unterstützungsmarken nannte die Nachrichtenagentur die Bereiche bei 62,54 und 56,54 US-Dollar.

Der Auslöser der Schwäche liegt im Zinsumfeld. Reuters-nahe Marktberichte ordneten die jüngste Talfahrt der Erwartung weiterer US-Zinserhöhungen zu, nachdem starke Arbeitsmarktdaten aus den USA veröffentlicht worden waren. Silber war daraufhin bereits unter die Marke von 66 US-Dollar gefallen. Höhere Zinsen verteuern das Halten unverzinster Edelmetalle wie Silber und schwächen damit tendenziell die Nachfrage von Investoren.

Wechselhafte Woche mit mehreren Umkehrbewegungen

Der jüngste Rutsch reiht sich in eine Phase erhöhter Schwankungen ein. Bereits zuvor hatte sich Silber zeitweise über 66 US-Dollar erholt, nachdem der US-Dollar und die Renditen amerikanischer Staatsanleihen von ihren Höchstständen zurückgekommen waren und Äußerungen der US-Notenbank als vorsichtig-zurückhaltend interpretiert wurden.

Diese Erholung erwies sich jedoch als kurzlebig. Bereits davor war Silber von einem Erholungshoch von über 71 US-Dollar wieder zurückgefallen und hatte dabei kurz vor der 200-Tage-Linie erneut gedreht – ein Signal dafür, dass dieser gleitende Durchschnitt derzeit als starker Widerstand wirkt.

Aktuell notiert der Kurs mit einem Abstand von rund 13 Prozent deutlich unter dieser 200-Tage-Linie, während er den kurzfristigeren 50-Tage-Durchschnitt bei 63,15 US-Dollar nur knapp überschreitet.

Diese Diskrepanz zwischen kurz- und langfristigen Durchschnitten verdeutlicht die Nervosität im Markt. Kurzfristig hat sich der Preis stabilisiert, das übergeordnete Bild bleibt aber angeschlagen. Der Relative-Stärke-Index von 44,5 signalisiert keine extreme Über- oder Unterverkauftheit, sondern eher eine Marktphase ohne klare Richtung.

Zinsentscheidung der Fed als nächster Prüfstein

Bereits Anfang September hatten hawkische Erwartungen an die Geldpolitik der US-Notenbank die Edelmetallnachfrage belastet, nachdem starke US-Wirtschaftsdaten veröffentlicht worden waren. Silber war damals zeitweise unter 65 US-Dollar gerutscht. Der jüngste Einbruch auf 64,09 US-Dollar zeigt, dass sich dieses Muster fortsetzt: Immer wieder sind es Zinserwartungen, die den Kurs in Bewegung versetzen.

Trotz der Schwäche der vergangenen Wochen bleibt der Blick über zwölf Monate positiv, der Kurs liegt gut die Hälfte über dem Niveau vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn steht dagegen ein Minus von 9,2 Prozent zu Buche.

Für Anleger dürfte entscheidend sein, wie sich die Zinserwartungen in den kommenden Wochen entwickeln – die von Reuters genannten Unterstützungsmarken bei 62,54 und 56,54 US-Dollar markieren dabei die nächsten Prüfsteine für den Preis.

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