Silber: Zwischen Krieg und Konjunktur
Der Silberpreis wird von der Eskalation im Nahen Osten und einem anhaltenden Angebotsdefizit beeinflusst. Die Doppelfunktion als Industriemetall und Sicherheitsanlage sorgt für hohe Volatilität.

- US-Militärschläge stören Ölversorgung und treiben Preise
- Strukturelles Angebotsdefizit für fünftes Jahr in Folge
- Hohe Volatilität durch gegensätzliche Marktkräfte
- Aktueller Preis übertrifft Analystenprognosen deutlich
Der Silberpreis steht unter dem Einfluss mehrerer außergewöhnlicher Faktoren gleichzeitig: US-Militärschläge auf iranische Minen in der Straße von Hormuz, ein frischer US-Inflationsbericht und ein strukturelles Angebotsdefizit prägen das Marktgeschehen. Nach einer dreitägigen Rally fiel der Spotpreis zuletzt auf rund 88,70 US-Dollar je Unze zurück – dennoch liegt er noch immer rund dreimal so hoch wie vor einem Jahr.
Hormuz-Krise als zentraler Preistreiber
Die Eskalation im Nahen Osten dominiert derzeit das Marktgeschehen. US-Militärschläge auf iranische Minen in der Straße von Hormuz haben rund 20 Prozent der weltweiten Ölversorgung gestört. Brent-Rohöl sprang infolgedessen von etwa 70 auf über 110 US-Dollar je Barrel. Neil Atkinson, ehemaliger IEA-Ölabteilungsleiter, bezeichnete die effektive Schließung der Meerenge gegenüber CNBC als „potenziell wegweisende und beispiellose Energiekrise“.
Für Silber wirkt dieser Konflikt in zwei entgegengesetzte Richtungen. Als Investmentmetall profitiert es von der gestiegenen Safe-Haven-Nachfrage. Als Industriemetall – rund die Hälfte der Nachfrage entfällt auf industrielle Anwendungen – leidet es unter Rezessionssorgen, die ein anhaltender Ölschock auslösen kann. Diese Doppelnatur erklärt die ausgeprägte Volatilität: Die monatliche historische Volatilität von Silber liegt bei 36,53 Prozent, gegenüber 17,06 Prozent bei Gold.
Fundamentaldaten stützen langfristig
Jenseits der Geopolitik bleiben die strukturellen Marktfaktoren intakt. Das Silver Institute prognostizierte für 2025 ein Angebotsdefizit von 117,7 Millionen Unzen. Von 2021 bis 2026 summiert sich der kumulative Fehlbetrag auf 820 Millionen Unzen – das fünfte Defizitjahr in Folge.
Die Photovoltaikindustrie verbraucht jährlich über 230 Millionen Unzen Silber, und der globale Ausbau erneuerbarer Energien treibt diesen Bedarf weiter an. Auf der Angebotsseite entstehen rund 70 Prozent der Produktion als Nebenprodukt beim Abbau anderer Metalle, während primäre Silberminen mit sinkenden Erzgehalten und steigenden Kosten kämpfen.
J.P. Morgan erwartet für 2026 einen durchschnittlichen Silberpreis von 81 US-Dollar je Unze. Eine Reuters-Umfrage von Anfang Februar kommt auf 79,50 US-Dollar im Jahresdurchschnitt – beide Prognosen wurden nach der starken Rally nach oben revidiert, wurden aber bereits vom aktuellen Preisniveau übertroffen.
Der Februar-CPI-Bericht fiel im Rahmen der Erwartungen aus und blieb damit ohne nennenswerten Markteinfluss. Die eigentliche Inflationswirkung des Iran-Konflikts wird sich erst im März-Bericht zeigen. Die Fed dürfte die Zinsen in der kommenden Woche unverändert lassen; Marktteilnehmer rechnen derzeit nur noch mit einer einzigen Senkung um 25 Basispunkte in diesem Jahr, frühestens im September.
Silber Preis: Kaufen oder verkaufen?! Neue Silber Preis-Analyse vom 12. März liefert die Antwort:
Die neusten Silber Preis-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Silber Preis-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Silber Preis: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




