Singulus: Was sind die neuen Zahlen wert?

Der Spezialmaschinenbauer Singulus hat heute seine Zahlen für das zweite Quartal und das erste Geschäftshalbjahr vorgelegt. Wobei die Zahlen durchaus einen positiven Eindruck für das finanziell angeschlagene Unternehmen hinterließen. Erfreulich vor allem der stark gestiegene Auftragseingang. Doch es bleiben weiterhin Risiken.

 

© Singulus
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Schaut man auf die Umsatzentwicklung in den berichteten Zeiträumen, liegen Licht und Schatten dicht beieinander. So konnte Singulus im zweiten Quartal den Umsatz um fast 24% gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 16,6 Mio. Euro steigern. Auf das Halbjahr gerechnet blieb allerdings noch ein leicht gegenüber dem Vorjahr abfallender Wert von 29,2 Mio. Euro, der aus dem besonders schwachen ersten Quartal resultierte.

 

Singulus macht leichte Fortschritte

Doch in der Perspektive sollte sich eine positive Umsatzentwicklung verfestigen können, was vor allem auf Basis eines starken Auftragseingangs im ersten Quartal umgesetzt werden würde. Denn während Singulus im zweiten Quartal mit seinen Auftragseingängen über 10,3 Mio. Euro unter den Vorjahreszahlen blieb (11,1 Mio. Euro), brachte es die Firma insgesamt in den ersten sechs Monaten auf neue Aufträge im Volumen von über 73 Mio. Euro, fast dreimal so viel wie im Vorjahr.

Die insgesamt positive Umsatzentwicklung und eingeleitete Sparmaßnahmen halfen unter dem Strich, die vorangegangenen Verluste auf operativer Ebene und netto etwas abzubauen. So lag das EBITDA im ersten Halbjahr bei minus 8 Mio. Euro nach minus 9,9 Mio. Euro im Vorjahr. Netto schlug ein Verlust von 12,3 Mio. Euro nach einem Verlust von 14,3 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum zu Buche.

 

Auftragseingänge bleiben Schlüsselfaktor

Das Management von Singulus hofft natürlich, diesen leicht positiven Trend weiter fortführen zu können. Aber man zügelt zu große Erwartungen schon mit dem Hinweis, dass das Erreichen der Jahresziele auch von weiteren Aufträgen, insbesondere im Bereich Blu-Ray-Disc abhängt. Und selbst bei erfolgreichen Abschlüssen bereits laufender Verhandlungen käme es für die Bilanz darauf an, wann die Auftragseingänge verbucht werden können und dann auch im Umsatz und Ertrag ergebniswirksam werden.

Neben der operativen Stabilisierung gibt es aber bekanntlich auch noch eine zweite, wohl auch noch wichtigere Baustelle. Denn Singulus muss seine Finanzierungsstruktur erst noch auf die richtige Spur setzen. Die Weichen dafür wurden auf der Hauptversammlung gestellt, wo u. a. eine Kapitalherabsetzung und die Möglichkeit der Ausgabe von Wandelanleihen beschlossen wurden. Umgesetzt ist aber davon in der Kürze der Zeit noch nichts.

 

Aktie ist für vernünftige Planungen noch „zu heiß“

Was kann dieses Bild nun für die Aktie bedeuten? Die Aktie von Singulus hat sich bei 0,8 bis 0,9 Euro zuletzt stabilisieren können, sogar mit einem leichten Trend nach oben. Was aktuell sogar dazu führte, dass der langfristige Abwärtstrend scheinbar überwunden werden konnte. Aber Singulus ist noch weit davon entfernt, wieder aus der charttechnischen Gefahrenzone zu kommen, geschweige denn einen nachhaltigen Rebound zu signalisieren.

Singulus-12-08-15

Selbst, wenn der Markt auf die Zahlen positiv reagiert, würden wir auf dem aktuellen Niveau noch zur Zurückhaltung raten. Überlegungen zu einem spekulativen Einstieg würden wir mindestens so lange herausschieben, bis Singulus wenigstens wieder stabil über einem Euro notiert.

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