Sivers: 16-Prozent-Absturz im Chip-Crash
Sivers-Aktie bricht um 16 Prozent ein, während der globale Chip-Markt eine Billion Dollar an Wert verliert. Hauptversammlung thematisiert Kapitalerhöhung.

- Aktie verliert fast 16 Prozent
- Globaler Chip-Ausverkauf vernichtet Billionen
- Broadcom verfehlt trotz Rekordumsatz Erwartungen
- Hauptversammlung plant mögliche Kapitalerhöhung
Ein Billionen-Dollar-Beben erschüttert den globalen Halbleitermarkt. Im Sog dieses massiven Ausverkaufs gerät auch Sivers Semiconductors unter die Räder. Die Aktie verlor am Freitag fast 16 Prozent an Wert. Dabei bedient das schwedische Unternehmen eigentlich genau die KI-Trends, die den Sektor antreiben.
Der globale Chip-Schock
Auslöser der Talfahrt ist eine rigorose Neubewertung von US-Technologiewerten. An nur einem Handelstag löschten amerikanische Chip-Konzerne mehr als eine Billion US-Dollar an Marktwert aus. Der Branchenindex PHLX brach im Nachmittagshandel um fast 8,5 Prozent ein.
Im Zentrum des Interesses steht Broadcom. Der US-Riese meldete für das abgelaufene Quartal zwar einen Umsatzsprung auf gut 22 Milliarden US-Dollar. Auch die Erlöse mit KI-Halbleitern kletterten um 143 Prozent auf 10,8 Milliarden US-Dollar. Dennoch reichten diese Zahlen nicht aus, um die extrem hohen Markterwartungen zu erfüllen.
Sivers Semiconductors positioniert sich mit seinen Photonik- und Netzwerkprodukten direkt in diesem volatilen Umfeld. Das Unternehmen verbindet Rechenzentren und unterstützt fortschrittliche Telekommunikationsnetze. Diese Fantasie trieb den Kurs zuletzt massiv an. Auf Sicht von 30 Tagen steht trotz des jüngsten Rückschlags auf 6,70 Euro noch immer ein Plus von rund 44 Prozent auf der Kurstafel.
Verwässerungsrisiko auf der Agenda
Abseits der globalen Marktturbulenzen rückt nun die interne Unternehmensführung in den Fokus. Am 15. Juni steht die Hauptversammlung in Stockholm an. Auf der Agenda findet sich unter anderem eine weitreichende Ermächtigung des Vorstands.
Dieser soll neue Aktien, Optionsscheine oder Wandelanleihen ausgeben dürfen. Schöpft das Management diesen Rahmen voll aus, bedeutet das eine Verwässerung von bis zu 15 Prozent für Altaktionäre. Eine Dividende schlägt der Vorstand für das abgelaufene Geschäftsjahr nicht vor.
Die kommende Handelswoche bringt direkt den nächsten Härtetest für hoch bewertete Technologiewerte. Am Mittwoch veröffentlichen die US-Behörden die Inflationsdaten für den Monat Mai. Fallen diese Verbraucherpreise höher aus als erwartet, droht über steigende Zinsen weiterer Druck auf Wachstumsaktien. Sivers-Aktionäre blicken daher zunächst auf die US-Makrodaten, bevor am kommenden Montag die Hauptversammlung über die Kapitalmaßnahmen entscheidet.
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