Sivers: 223-Millionen-Verlust unter PCAOB-Standards
Die Umstellung auf US-Bilanzierungsstandards beschert Sivers Semiconductors einen drastisch gestiegenen Nettoverlust. Trotz eines neuen Auftrags und Kursphantasie wächst der Widerstand von Leerverkäufern.

- Nettoverlust steigt auf 223 Millionen Kronen
- Umstellung auf US-Rechnungslegung als Ursache
- Neuer Auftrag über 1,5 Millionen US-Dollar
- Leerverkäufer bauen Short-Positionen auf
Sivers Semiconductors bereitet sich auf einen möglichen Sprung an die Wall Street vor. Die dafür nötige Anpassung an US-Bilanzierungsstandards reißt allerdings tiefe Löcher in die Bücher des schwedischen Chipentwicklers. Während der Aktienkurs in den vergangenen Wochen massiv anzog, formiert sich auf der Gegenseite prominenter Widerstand.
US-Standards belasten die Bilanz
Der Mitte Mai veröffentlichte Jahresbericht für 2025 fiel deutlich schwächer aus als bisher angenommen. Sivers stellte seine Rechnungslegung auf die strikten Vorgaben der US-Aufsicht PCAOB um. Das Unternehmen bereitet damit ein potenzielles Zweitlisting an der Nasdaq in New York vor. Die Umstellung erforderte unter anderem Neubewertungen von Lagerbeständen und die Abschreibung aktivierter Entwicklungskosten.
Das Resultat ist ein drastisch ausgeweiteter Fehlbetrag. Für 2025 stieg der Nettoverlust auf rund 223 Millionen Schwedische Kronen (SEK). Der Fehlbetrag des Vorjahres verdoppelte sich nach der Korrektur nahezu auf 184 Millionen SEK.
Die aufwendige Buchprüfung fordert zeitlich ihren Tribut. Sivers verschob die Vorlage der Ergebnisse für das erste Quartal ein weiteres Mal. Der Bericht soll nun am 29. Mai erscheinen.
Frischer Auftrag trifft auf hohe Bewertung
Abseits der Bilanzierungshürden meldete die Mobilfunksparte einen operativen Erfolg. Sivers sicherte sich eine Entwicklungspartnerschaft mit Tachyon Networks über 1,5 Millionen US-Dollar. Die Unternehmen arbeiten an einem 60-Gigahertz-Transceiver für drahtlose Breitbandanschlüsse. Harish Krishnaswamy, Leiter des Wireless-Geschäfts, sieht darin eine Vertiefung der bestehenden Zusammenarbeit im Bereich der städtischen Netzwerke.
Am Aktienmarkt wird Sivers derweil mit einem enormen Vorschuss bewertet. Der Kurs legte auf Monatssicht um rund 172 Prozent zu. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt aktuell bei 46. Europäische Branchenkollegen kommen im Schnitt auf einen Wert von fünf.
Leerverkäufer und ein wackelnder Großaktionär
Diese fundamentale Fallhöhe ruft professionelle Leerverkäufer auf den Plan. Fondsgesellschaften wie Voleon Capital Management und Two Sigma Investments haben signifikante Short-Positionen von jeweils knapp unter zwei Prozent aufgebaut.
Ein zusätzliches Risiko birgt die Aktionärsstruktur. Der Mutterkonzern des größten Sivers-Investors Achilles Capital ist bei Anleihen in Zahlungsverzug geraten und befindet sich in der Restrukturierung. Marktbeobachter schließen nicht aus, dass in der Folge ein großes Aktienpaket auf den Markt kommen könnte.
Am 29. Mai fließen mehrere Fäden zusammen. Neben den verschobenen Quartalszahlen steht an diesem Tag die Aufnahme der Aktie in den MSCI Sweden Small Cap Index an. Wenig später, am 15. Juni, stimmt die Hauptversammlung über neue Aktienoptionsprogramme und Kapitalgenehmigungen ab.
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