Sivers: 54 Prozent in 30 Tagen mit GlobalFoundries
Der schwedische Halbleiterkonzern profitiert von Branchenboom und eigenen Projekten. Kooperationen und Aufträge stützen die Kurserholung.

- Aktie legt 54 Prozent in 30 Tagen zu
- Kooperation mit GlobalFoundries vereinbart
- Produktionsauftrag über 8,2 Millionen Dollar
- Interne Projektpipeline wächst auf 800 Millionen Dollar
Ein schwedischer Halbleiterwert mit annualisierter Volatilität von knapp 249 Prozent — das ist kein Wert für schwache Nerven. Sivers Semiconductors hat in den vergangenen 30 Tagen rund 54 Prozent zugelegt und profitiert dabei von zwei Kräften gleichzeitig: einem starken Sektor-Rückenwind und konkreten Fortschritten im eigenen Geschäft.
Chip-Sektor dreht auf
Am Donnerstag legte der Philadelphia Semiconductor Index um 7,91 Prozent zu — der größte Tagesgewinn seit April 2025. Intel stieg um 9,3 Prozent, Arm um 11,3 Prozent, AMD um 8 Prozent. Treiber war die wiederaufgelebte Überzeugung, dass KI-Infrastruktur und Rechenzentren die Nachfrage nach Halbleitern strukturell hochhalten.
Sivers schloss den Tag bei 7,67 Euro. Das liegt 73 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 4,42 Euro — und noch 25 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 10,23 Euro, das erst Anfang Juni erreicht wurde.
Eigene Katalysatoren
Hinter der Kursentwicklung steckt mehr als Sektorstimmung. Am 2. Juni gab Sivers eine Kooperation mit GlobalFoundries bekannt. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen Silizium-Photonik-Lösungen für den KI-Infrastrukturmarkt entwickeln. Konkret geht es um Laser-Arrays, die in Referenzdesigns auf der GlobalFoundries-Plattform integriert werden — für optische Verbindungsarchitekturen in Rechenzentren.
Kurz darauf folgte ein Produktionsauftrag über 8,2 Millionen Dollar von ALL.SPACE. Das Unternehmen liefert dafür Mehrstrahl-Beamforming-Chips im Ka-Band, mit Lieferungen bis 2027. Die Chips sind für Satellitenterminals der nächsten Generation gedacht — sowohl für Verteidigungs- als auch für kommerzielle Anwendungen.
Die interne Projektpipeline wuchs seit Jahresende um 77 Prozent auf knapp 800 Millionen Dollar. Das zeigt, wo das Unternehmen seine Chancen sieht: in 5G-mmWave und optischer Kommunikation.
Schwaches Quartal, starke Erwartungen
Das erste Quartal 2026 verlief holprig. Der Umsatz lag bei 61,9 Millionen schwedischen Kronen, der Nettoverlust bei 42,7 Millionen Kronen. Verzögerungen beim US-Verteidigungshaushalt und ein ungünstiges Wechselkursumfeld belasteten die Zahlen.
Die Jahresziele hält das Unternehmen dennoch aufrecht. Das Wachstum soll vor allem im zweiten Halbjahr kommen — eine Wette auf Aufholeffekte und Vertragsabschlüsse, die sich im ersten Quartal noch nicht materialisierten.
Parallel prüft Sivers eine Zweitnotierung an der Nasdaq New York. Dafür passt das Unternehmen seine Abschlüsse an US-PCAOB-Standards an. Gelingt der Schritt, würde das den Zugang zu amerikanischen Kapitalgebern deutlich erleichtern — und den Streubesitz verbreitern. Ein konkretes Datum für die Entscheidung steht noch aus.
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