Sivers Semiconductors: 22,8 Millionen neue Aktien
Schulden von 12 Mio. Dollar in Aktien getauscht: Sivers erhöht Aktienanzahl um 6,4 Prozent. Kurs fällt nach Kapitalmaßnahmen.

- Wandelkredit in Stammaktien umgewandelt
- Aktienanzahl steigt um 6,4 Prozent
- Kapitalerhöhung bringt 67 Mio. Dollar
- Nasdaq-Listing für 2026/2027 geplant
Ein Kredit über 12 Millionen Dollar wird zu Aktien. Bootstrap Europe, Kreditgeber von Sivers Semiconductors, hat einen Wandelkredit in dieser Höhe komplett in Stammaktien umgewandelt. Für bestehende Aktionäre bedeutet das eine spürbare Verwässerung.
Der Vorstand beschloss die Ausgabe von 22.847.044 neuen Aktien an Bootstrap Europe IV SCSp. Die Zahlung erfolgte durch Verrechnung mit der Kreditforderung. Damit steigt die Gesamtzahl der Aktien von 332.234.273 auf 355.081.317 – ein Plus von rund 6,4 Prozent. Der Umwandlungspreis lag bei 4,77 schwedischen Kronen je Aktie.
Bilanz im Fokus
CFO Heine Thorsgaard ordnet den Schritt strategisch ein. Die Umwandlung durch Bootstrap Europe passe zur Strategie des Unternehmens, die Bilanz zu stärken. Sivers will Investitionen künftig gezielt auf kommerzielle Chancen in seinen Kernmärkten lenken.
Das Unternehmen entwickelt Photonik- und Funktechnologien für Wachstumsfelder wie KI-Rechenzentren, Satellitenkommunikation und Automotive-LiDAR. Im Zentrum steht der Ausbau von Silizium-Photonik-Lösungen für die stark wachsende KI-Infrastruktur.
Frisches Kapital, neue Börse im Blick
Die Schuldenumwandlung folgt auf eine Kapitalerhöhung von rund 700 Millionen schwedischen Kronen, umgerechnet etwa 67 Millionen Dollar. Der Vorstand beschloss diese Kapitalmaßnahme bereits am 30. Juni 2026. Das frische Geld soll die Fertigungskapazität für InP-Laser und optische Verstärker erweitern.
Zusätzlich baut Sivers seine Feldressourcen aus und beschleunigt die Forschung. Parallel dazu meldete das Unternehmen am 1. Juli 2026 einen weiteren Schritt: Die geplante Nasdaq-Notierung geht von der Prüfung in die konkrete Umsetzung. Das Listing soll zwischen Ende 2026 und Anfang 2027 erfolgen.
Aktie unter Druck
An der Börse zeigt sich der Kurs angeschlagen. Am Freitag schloss die Aktie bei 5,20 Euro, nach einem Minus von 15,79 Prozent innerhalb von sieben Tagen. Auf Monatssicht steht ein Rückgang von 22,33 Prozent zu Buche.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 10,23 Euro, erreicht am 3. Juni 2026, trennen die Aktie mittlerweile fast 50 Prozent. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 6,16 Euro – auch davon hat sich der Kurs mit einem Abstand von 15,58 Prozent klar nach unten abgesetzt. Die annualisierte Volatilität von über 213 Prozent auf Monatssicht zeigt: Der Titel bleibt ein Hochrisikopapier mit extremen Kursausschlägen.
Für das Nasdaq-Listing bleibt bis Anfang 2027 Zeit. Ob die frische Kapitalstärke aus Wandelanleihe-Umwandlung und Kapitalerhöhung bis dahin auch den Aktienkurs stabilisiert, bleibt offen.
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