Sivers Semiconductors Aktie: 1. Juni-Bericht von NINGI

Ein Shortseller erhebt schwere Vorwürfe gegen Sivers Semiconductors. Insiderverkäufe und fragwürdige Bilanzierung stehen im Fokus der Kritik.

Die Kernpunkte:
  • Leerverkäufer greift Sivers frontal an
  • Insiderverkäufe während positiver Aussagen
  • Vorwürfe zu fragwürdigen Umsatzerfassungen
  • Anwaltskanzleien leiten Untersuchungen ein

Ein Leerverkäufer greift Sivers Semiconductors frontal an. Der Vorwurf: Die Rally von über 1.800 Prozent seit Jahresbeginn sei kein fundamentaler Erfolg, sondern ein von Privatanlegern getriebenes Kursphänomen — gestützt auf spekulative Narrative und fragwürdige Buchhaltung.

Insider verkauft, während er lobt

NINGI Research veröffentlichte am 1. Juni 2026 einen Bericht mit schwerwiegenden Anschuldigungen. Das Unternehmen hält eine Short-Position in Sivers-Aktien. Laut NINGI liquidierte Achilles Capital AB — kontrolliert von Boardmitglied Erik Fällström — zwischen September 2025 und dem 7. Mai 2026 seinen gesamten Bestand von rund 29 Millionen Aktien. Zeitgleich bezeichnete Fällström Sivers in einem schwedischen Medium als „deutlich unterbewertet“. Weitere Insider verkauften rund 1,05 Millionen Aktien für zusammen 16 Millionen Schwedische Kronen.

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Das ist ein klassischer Interessenkonflikt — und er steht im Zentrum der Anschuldigungen.

Zweifelhafte Umsätze, steigende Prüfungskosten

NINGI wirft Sivers außerdem vor, Umsätze zu früh oder falsch zu erfassen. Konkret behauptet der Report, mindestens 97 Millionen Schwedische Kronen — rund 31 Prozent des 2025er Umsatzes — seien fragwürdig. Dabei soll eine überarbeitete Bilanzierungsrichtlinie helfen, die NINGI als IFRS-Verstoß wertet. Als Indiz nennt NINGI eine Versiebenfachung der Prüfungskosten.

Hinzu kommen Vorwürfe zu Kundenbeziehungen. Ein Fortune-100-Kunde soll Anfang 2024 aufgehört haben zu bestellen — mit einem Umsatzeinbruch von 97 Prozent aus dieser Quelle. Eine Verbindung zu Marvell/Celestial sei nach einem Vertraulichkeitsbruch gekappt worden.

Zwei US-Kanzleien — Bronstein, Gewirtz & Grossman sowie Rosen Law Firm — haben bereits Untersuchungen möglicher Ansprüche für Sivers-Aktionäre angekündigt.

Sektorweiter Einbruch verstärkt den Druck

Die Anschuldigungen treffen Sivers in einem ohnehin schwierigen Marktumfeld. Am 5. Juni 2026 brach der Philadelphia Semiconductor Index um 10,3 Prozent ein — der stärkste Tagesrückgang seit März 2020. Über eine Billion US-Dollar an Marktkapitalisierung verschwand an einem einzigen Handelstag. Auslöser waren enttäuschende KI-Chip-Prognosen von Broadcom sowie starke US-Arbeitsmarktdaten, die Zinserhöhungssorgen schürten.

Sivers selbst meldete für das erste Quartal 2026 einen Umsatz von 61,9 Millionen Schwedischen Kronen — ein Rückgang von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettoverlust lag bei 42,7 Millionen Schwedischen Kronen. Das Unternehmen verwies auf einen US-Regierungsstillstand im vierten Quartal 2025 und verzögerte Verteidigungsbudgets als Ursache. Eine offizielle Reaktion auf die NINGI-Vorwürfe steht bislang aus.

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