Sivers Semiconductors Aktie: 12,3 Millionen Aktien neu ausgegeben

Sivers Semiconductors führt erneut eine Kapitalerhöhung durch. Die Aktie fällt stark, da Anleger die zunehmende Verwässerung ihrer Anteile fürchten.

Die Kernpunkte:
  • Zweite Aktienemission binnen weniger Monate
  • Kursverlust von fast 18 Prozent in einer Woche
  • Erlös fließt in KI- und Verteidigungstechnik
  • Verkaufssperre für Insider bis Juli 2026

Zwei Kapitalerhöhungen in wenigen Monaten. Das schickt die Aktie von Sivers Semiconductors auf Talfahrt, obwohl das Management die frische Millionen als Wachstumstreiber verkauft. Der Kurs schloss am Mittwoch bei 5,34 Euro, ein Minus von 17,77 Prozent binnen sieben Tagen und 38,46 Prozent im Monatsvergleich.

Zweite Kapitalerhöhung binnen Wochen

Der Vorstand von Sivers Semiconductors hat auf Basis der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 15. Juni 2026 eine gerichtete Aktienemission beschlossen. Insgesamt gibt das Unternehmen 12.280.701 neue Stammaktien aus, das entspricht rund 700 Millionen schwedischen Kronen. Ein beschleunigtes Bookbuilding-Verfahren setzte den Zeichnungspreis auf 57 Kronen je Aktie fest — ein Abschlag von etwa 9,7 Prozent zum Schlusskurs vom 30. Juni 2026.

Trotz des Abschlags war die Nachfrage hoch. Die Emission war mehrfach überzeichnet, schwedische und internationale institutionelle Investoren beteiligten sich, darunter neue und bestehende Aktionäre. Das Management wertet das Ergebnis als Vertrauensbeweis und erklärt, die erfolgreiche Kapitalerhöhung bestätige das wachsende Investoreninteresse an den Fokusmärkten KI, Satellitenkommunikation und Verteidigung sowie an den Technologien und Produkten des Unternehmens.

Verwässerung und Verkaufssperre

Die neuen Aktien verwässern die Anteile bestehender Aktionäre spürbar. Auf vollständig verwässerter Basis, also unter Einbeziehung aller Mitarbeiteroptionen, Wandelanleihen und Optionsscheine, ergibt sich ein Verwässerungseffekt von rund 3,3 Prozent der gesamten Aktien und Stimmrechte.

Das Unternehmen hat sich zudem verpflichtet, 120 Kalendertage nach Abschluss der Emission keine weiteren Aktien auszugeben — mit üblichen Ausnahmen. Auf Insiderseite verzichten Vorstandsmitglieder Bami Bastani, Karin Raj und Todd Thomson sowie CEO Vickram Vathulya und CFO Heine Thorsgaard bis zum 16. Juli 2026 auf den Verkauf eigener Aktien.

Wofür das Geld fließt

Sivers nennt klare Verwendungszwecke für die Erlöse. Das Kapital soll die Fertigungskapazität für InP-Laser und optische Verstärker ausbauen — wichtig für die wachsende Nachfrage aus KI-Rechenzentren und dem Automotive-LIDAR-Segment. Zusätzlich will das Unternehmen Feldpersonal für den Kundensupport aufstocken und die Forschung verstärken, um die Technologie-Roadmap und neue Produkteinführungen zu beschleunigen. Pareto Securities wickelte die Transaktion ab und führte das Bookbuilding-Verfahren durch.

Volatile Vorgeschichte

Die aktuelle Kapitalerhöhung trifft auf eine ohnehin schwankungsreiche Aktie. Der Kurs liegt 47,75 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 10,23 Euro vom 3. Juni 2026, notiert aber weit über dem 52-Wochen-Tief von 0,27 Euro vom 3. März 2026. Diese Spannbreite zeigt das Ausmaß der Schwankungen: Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 224,42 Prozent.

Der aktuelle Kurs liegt 12,05 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 6,08 Euro. Ein RSI von 39,5 deutet auf eine Annäherung an überverkauftes Terrain hin, ohne eine Trendwende zu bestätigen.

Bereits im April 2026 hatte Sivers eine kleinere gerichtete Emission durchgeführt. Die Aktie fiel damals ebenfalls unter Druck — ein Muster, das sich nun wiederholt. Die Kombination aus wiederholten Kapitalerhöhungen und hoher Volatilität dürfte die Verwässerungssorgen der Aktionäre auch in den kommenden Wochen wachhalten, selbst wenn das Management auf institutionelle Nachfrage und eine wachsende Auftragspipeline in KI-Rechenzentren, Satellitenkommunikation und Verteidigung verweist.

Bis zum Ende der Verkaufssperre am 16. Juli 2026 bleibt der Handlungsspielraum der Insider eingeschränkt. Der Markt hat sein vorläufiges Urteil bereits gefällt: Die scharfen Kursverluste der vergangenen Woche und des vergangenen Monats spiegeln das Unbehagen über den Preisabschlag und die kumulative Verwässerung durch zwei Emissionen in kurzer Folge.

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