Sivers Semiconductors Aktie: 13,53 Prozent Einbruch nach Lock-up-Ende
Nach Ablauf der Lock-up-Frist verkaufen mehrere Insider Aktien von Sivers Semiconductors. Der Kurs fällt weiter und notiert deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt.

- Insider verkaufen nach Lock-up-Ende
- Aktie verliert 60 Prozent in 30 Tagen
- CEO Vathulya kauft hingegen Aktien zu
- Shortseller Two Sigma reduziert Position
Eine ausgelaufene Sperrfrist reicht bei Sivers Semiconductors offenbar, um eine ohnehin fragile Aktie weiter zu destabilisieren. Nach dem Ende einer Lock-up-Vereinbarung verkauften mehrere Insider ihre Anteile. Die Aktie schloss am Mittwoch bei 3,26 Euro und brach am Folgetag um weitere 13,53 Prozent ein.
Damit summiert sich der Rückgang der letzten 30 Tage auf 60 Prozent. Zum Vergleich: Vom 52-Wochen-Hoch bei 10,23 Euro, erreicht am 3. Juni 2026, trennen die Aktie mittlerweile mehr als 68 Prozent.
Sperrfrist läuft aus, Insider verkaufen
Vorstandsmitglieder und Management hatten sich verpflichtet, bis zum 16. Juli 2026 keine Aktien zu verkaufen. Diese Frist ist nun ausgelaufen — mit spürbaren Folgen.
Chairman Bami Bastani spendete 60.000 Aktien an unabhängige gemeinnützige Organisationen und schenkte weitere 70.000 Aktien an Familienmitglieder. Am 16. Juli verkaufte er zusätzlich 275.000 Aktien. Nach diesen Transaktionen hält er noch 381.360 Aktien, ein Teil davon unterliegt einer neuen einjährigen Sperrfrist.
Deutlich größere Bewegungen kamen von Board-Mitglied Todd Thomson. Über seine Investmentgesellschaft Headwaters Capital LLC verkaufte er bis zum 22. Juli 950.000 Aktien und schenkte weitere 50.000 Aktien einer gemeinnützigen Organisation. Damit bleibt er zwar größter Anteilseigner unter den Board-Mitgliedern, sein Bestand schrumpft aber auf 477.027 Aktien.
Thomson vertritt zudem die Interessen von Kairos Ventures im Unternehmen. Der Investor hatte seinen Anteil 2022 über den Verkauf seines Portfolio-Unternehmens Mixcomm an Sivers erhalten. Das Investmentkomitee von Kairos entschied nun, einen Teil der verbleibenden Position zu verteilen und den Rest zu liquidieren.
Nicht jeder Insider verkaufte. CEO Vickram Vathulya kaufte 70.000 zusätzliche Aktien und hält damit inzwischen 4.540.076 Anteile am Unternehmen.
Leerverkäufer ziehen sich zurück
Ein Gegengewicht zu den Insider-Verkäufen liefert die Entwicklung bei den Shortsellern. Two Sigma Investments meldet keine öffentliche Shortposition mehr in Sivers-Aktien, nachdem der Anteil unter die meldepflichtige Schwelle von 0,5 Prozent des Aktienkapitals gefallen ist.
Damit bleibt nur noch ein öffentlich gemeldeter Leerverkäufer übrig, mit einer Position von 2,76 Prozent des Aktienkapitals. Die schwedische Finanzaufsicht Finansinspektionen verlangt eine Meldung ab 0,1 Prozent, veröffentlicht werden Positionen erst ab 0,5 Prozent.
Charttechnik zeigt Erschöpfung
Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 6,04 Euro — fast doppelt so hoch wie der aktuelle Kurs. Das zeigt, wie stark sich die Aktie in kurzer Zeit von ihrem mittelfristigen Trend entfernt hat.
Der RSI von 38,1 signalisiert eine Annäherung an überverkauftes Terrain. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 165,73 Prozent unterstreicht, wie heftig die Kursausschläge rund um Insider-Transaktionen und Short-Positionierungen ausfallen.
Stille Phase vor dem Quartalsbericht
Sivers Semiconductors veröffentlicht seinen Zwischenbericht für das zweite Quartal 2026 am 27. August vor Handelsbeginn an der Nasdaq Stockholm. Ab dem 28. Juli gilt nach EU-Marktmissbrauchsverordnung eine geschlossene Phase — Insider dürfen bis zur Veröffentlichung keine Transaktionen mehr in Finanzinstrumenten des Unternehmens vornehmen.
Für die kommenden Wochen bedeutet das: Keine weiteren Insider-Käufe oder -Verkäufe, die den Kurs zusätzlich bewegen könnten. Die nächste größere Nachricht ist damit der Quartalsbericht selbst, Ende August.
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