Sivers Semiconductors Aktie: 15-Prozent-Absturz durch Verwässerung

Sivers Semiconductors erlebt nach zwei Kapitalerhöhungen einen massiven Kursverlust von fast 15 Prozent an einem Tag.

Die Kernpunkte:
  • Aktie bricht um fast 15 Prozent ein
  • Zwei Kapitalmaßnahmen verwässern Anteile
  • Insider verpflichten sich zu Haltefrist
  • Umsatzrückgang im ersten Quartal

Die Kasse ist voll, aber die Aktionäre zahlen den Preis. Bei Sivers Semiconductors reiht sich derzeit eine Kapitalmaßnahme an die nächste. Die Folge: ein massiver Kurssturz. Am Montag brach die Aktie des schwedischen Chip-Entwicklers um fast 15 Prozent ein.

Der Titel fiel auf 4,43 Euro zurück. Damit summiert sich der Verlust der vergangenen sieben Tage auf gut 28 Prozent. Auslöser für die Panik sind zwei rasante Verwässerungsschritte. Zunächst beschloss der Vorstand eine gezielte Aktienausgabe. Das brachte rund 700 Millionen schwedische Kronen ein.

Der Ausgabepreis lag bei 57 Kronen. Nur Tage später folgte der nächste Schlag. Der Kreditgeber Bootstrap Europe wandelte ein Darlehen über 12 Millionen Dollar in Aktien um. Dafür gab Sivers knapp 23 Millionen neue Anteilscheine aus.

Die Gesamtzahl der ausstehenden Aktien kletterte bis Ende Juni auf rund 320 Millionen Stück. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren.

Insider halten ihre Papiere

Um die Wogen zu glätten, sendet die Führungsebene nun Halte-Signale. CEO Vickram Vathulya und CFO Heine Thorsgaard haben sich verpflichtet. Sie verkaufen bis Mitte Juli keine eigenen Bestände. Diese Sperrfrist gilt ebenso für den Aufsichtsrat. Vathulya verteidigt die Kapitalrunden offensiv. Er wertet die Überzeichnung der ersten Platzierung als starken Vertrauensbeweis.

Operativ liefert das Unternehmen derzeit ein gemischtes Bild. Im ersten Quartal schrumpfte der Umsatz um 22 Prozent auf etwa 62 Millionen Kronen. Das Management macht dafür externe Faktoren verantwortlich. Verzögerte US-Verteidigungsbudgets nach dem Regierungsstillstand 2025 belasteten das Geschäft. Auch ungünstige Wechselkurse drückten auf die Bilanz.

Lichtblicke gibt es dennoch. Die Projektpipeline wuchs auf 799 Millionen Dollar an. Ein wichtiger LiDAR-Kunde startet im vierten Quartal die Serienproduktion. Diese operative Stärke braucht das Unternehmen dringend. Aktuell notiert die Aktie fast 57 Prozent unter ihrem jüngsten 52-Wochen-Hoch.

Wichtige Termine im Sommer

Der nächste Härtetest steht unmittelbar bevor. Am 16. Juli 2026 laufen die Sperrfristen der Kapitalerhöhung aus dem April ab. Dann könnten neue Papiere auf den Markt kommen.

Kurz darauf folgt der 6. August 2026. An diesem Tag veröffentlicht Sivers den Bericht für das zweite Quartal. Bis zu diesen Daten dürfte die extreme Schwankungsbreite der Aktie von zuletzt über 217 Prozent anhalten.

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