Sivers Semiconductors Aktie: 18-Prozent-Sprung nach Schuldenwandlung

Schwedischer Chip-Spezialist wandelt 12-Millionen-Dollar-Kredit in Aktien um. Börse reagiert mit einem Plus von über 18 Prozent.

Die Kernpunkte:
  • Kreditgeber wird zum Großaktionär
  • Aktienkurs steigt um 18 Prozent
  • Bilanz wird durch Schuldenabbau gestärkt
  • Auftragspipeline von 799 Millionen Dollar

Ein Kreditgeber wird zum größten Aktionär, und die Aktie explodiert um mehr als 18 Prozent. Bei Sivers Semiconductors sorgte am Freitag ein Schuldenschnitt der besonderen Art für Erleichterung an der Börse. Der schwedische Halbleiterspezialist wandelte einen Millionenkredit in Aktien um — und beendete damit eine wochenlange Talfahrt zumindest für einen Tag.

Kreditgeber steigt zum Großaktionär auf

Bootstrap Europe IV SCSp, bislang Kreditgeber von Sivers Semiconductors, hat sein Wandlungsrecht ausgeübt. Aus einem Darlehen über 12 Millionen Dollar wurden 22.847.044 neue Aktien. Der Vorstand beschloss die Kapitalerhöhung am Freitag, die Gesamtzahl der Aktien steigt damit von 332.234.273 auf 355.081.317.

Für bestehende Aktionäre bedeutet das eine Verwässerung von rund 6,4 Prozent. Der Finanzchef des Unternehmens betonte allerdings, die Transaktion stärke die Bilanz spürbar, weil sich die Gesamtverschuldung reduziere.

Kräftige Erholung nach schwachem Monat

Der Markt honorierte den Schuldenabbau sofort. Die Aktie schloss am Freitag bei 5,20 Euro, ein Tagesplus von 18,34 Prozent. Für ein Papier, das zuletzt massiv unter Druck stand, war das ein deutliches Lebenszeichen.

Der Blick auf die mittelfristige Entwicklung zeigt allerdings, wie tief der Fall zuvor war. Auf Wochensicht steht immer noch ein Minus von 11,86 Prozent zu Buche, auf Monatssicht sogar von 37,72 Prozent. Der Kurs notiert damit weiterhin unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 6,16 Euro — bleibt aber weit über dem 52-Wochen-Tief von 0,27 Euro, das die Aktie Anfang März markierte.

Technisches Bild bleibt angespannt

Die Schwankungsbreite der vergangenen Wochen war enorm. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 213,56 Prozent — ein Wert, der die Nervosität rund um das Papier unterstreicht. Der 14-Tage-RSI von 41,2 signalisiert neutrales Terrain, die Aktie hat sich nach dem Freitagssprung aus dem überverkauften Bereich gelöst.

Bemerkenswert ist der Kontrast zum breiteren Marktumfeld. Während Sivers Semiconductors von der internen Nachricht profitierte, verlor der Philadelphia Semiconductor Index am selben Tag 5,4 Prozent. Die Aktie bewegte sich also komplett gegen den Branchentrend — ein klares Signal, dass hier unternehmensspezifische Faktoren den Ausschlag gaben.

Bilanz im Fokus, Pipeline als nächster Prüfstein

Der Tilgung der 12-Millionen-Dollar-Schuld durch den Aktientausch folgt einer breiteren Strategie: Das Unternehmen mit Sitz in Kista bei Stockholm arbeitet seit Monaten daran, seine Finanzposition zu stabilisieren. Sivers ist in zwei Segmenten aktiv, drahtlose 5G-mmWave-Technologie und Photonik.

Mit der jetzt abgeschlossenen Wandlung rückt die eigentliche Frage in den Vordergrund: Kann das Unternehmen seine gestärkte Bilanz nutzen, um die gemeldete Auftragspipeline im Volumen von 799 Millionen Dollar tatsächlich umzusetzen? Trotz der Rally vom Freitag notiert die Aktie noch immer rund 49 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 10,23 Euro, das sie Anfang Juni erreicht hatte.

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