Sivers Semiconductors Aktie: 25-Prozent-Crash vor LiDAR-Start
Trotz eines Kursverlusts von 25 Prozent steht Sivers vor dem Start der LiDAR-Serienfertigung. JPMorgan hat sich mit 5,25 Prozent eingekauft.

- LiDAR-Serienproduktion startet im vierten Quartal
- Auftragsbestand wuchs um 77 Prozent
- JPMorgan hält 5,25 Prozent Anteil
- Neue Aufsichtsratsmitglieder gewählt
Innerhalb einer Woche verlor die Aktie von Sivers Semiconductors fast ein Viertel ihres Wertes. Ausgerechnet jetzt, wo das schwedische Halbleiterunternehmen vor einem der wichtigsten Meilensteine seiner Geschichte steht.
LiDAR-Serienproduktion als Schlüsselmoment
Ab dem vierten Quartal 2026 will Sivers Laser und optische Verstärker in die LiDAR-Plattform eines Großkunden liefern. Die Anwendungen reichen von Automotive bis Industrial. Das Umsatzpotenzial des Programms schätzt das Unternehmen auf 53 bis 138 Millionen Dollar über die gesamte Laufzeit.
Das ist bedeutsam. Derzeit erzielt Sivers rund 33 Millionen Dollar Jahresumsatz — großteils aus Entwicklungsprojekten, nicht aus Serienvolumen. Die Serienproduktion würde die Umsatzstruktur grundlegend verändern: planbarere Cashflows statt projektabhängiger Einnahmen.
Schwacher Start, voller Auftragstrichter
Das erste Quartal 2026 war schwierig. Der Umsatz fiel um 22 Prozent auf 61,9 Millionen Schwedische Kronen. Das Management verweist auf verzögerte Verteidigungsbudgets und externe Faktoren — ein Teil der erwarteten Einnahmen verschiebt sich in die zweite Jahreshälfte.
Der Auftragsbestand erzählt eine andere Geschichte. Er wuchs seit Jahresbeginn um 77 Prozent auf 799 Millionen Dollar. Treiber sind vor allem KI-gestützte optische Netzwerke und Satellitenkommunikation.
JPMorgan kauft, Shortseller drücken
Der Kurs steht unter erheblichem Druck. Mit einem Abstand von rund 39 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 10,23 Euro und einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 224 Prozent ist Sivers kein Wert für schwache Nerven.
Allerdings hat JPMorgan Chase Anfang Juni eine Beteiligung von 5,25 Prozent offengelegt. Das ist ein klares institutionelles Signal — gerade angesichts des Verkaufsdrucks, der die Aktie historisch belastet. Der RSI liegt bei 44,3 und zeigt nach dem Ausverkauf neutrale Dynamik.
Neuer Vorstand, nächste Zahlen
Auf der Hauptversammlung am 15. Juni wurden neue Aufsichtsratsmitglieder gewählt, darunter Joakim Nideborn und Helena Svancar. Das neue Gremium hat zunächst geplante Mitarbeiteranreizprogramme zurückgezogen, um sie eigenständig zu prüfen.
Der nächste konkrete Prüfstein kommt am 6. August 2026: Dann veröffentlicht Sivers den Zwischenbericht für das zweite Quartal. Er wird zeigen, ob die Verschiebungen aus Q1 tatsächlich aufgeholt wurden — und ob der Produktionsstart im Herbst noch auf Kurs liegt.
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