Sivers Semiconductors Aktie: 3,19 Euro trotz Ausverkauf
Vorstand und CEO von Sivers Semiconductors kaufen Aktien, während der Kurs nach Kapitalerhöhung drastisch fällt.

- Insider kaufen trotz Kursverfall
- Kapitalerhöhung belastet Aktienkurs
- Neuer Berichtskalender für US-Notierung
- Aktie verliert zwei Drittel an Wert
Sivers Semiconductors erlebt einen brutalen Ausverkauf – und ausgerechnet jetzt greifen Vorstand und Firmenchef zu eigenen Aktien. Der schwedische Photonik- und Funktechnik-Spezialist hat binnen eines Monats den Großteil seiner spektakulären Jahresrally verloren. Diese Woche liefert ein widersprüchliches Bild aus Vertrauen und Kursverfall.
Am Freitag schloss die Aktie bei 3,19 Euro, ein Plus von 2,84 Prozent auf Tagessicht. Auf Monatssicht steht dennoch ein Verlust von 64,77 Prozent zu Buche. Der Kurs notiert damit rund 69 Prozent unter seinem Jahreshoch vom 3. Juni.
Vorstand und CEO kaufen eigene Aktien
Am 13. Juli meldete Sivers den Abschluss von Aktienkäufen mehrerer Vorstandsmitglieder. Bami Bastani, Karin Raj, Helena Svancar, Todd Thomson und Joakim Nideborn erwarben Anteile. Die Hauptversammlung hatte das Programm zuvor genehmigt.
Die gekauften Papiere müssen mindestens zwölf Monate gehalten werden. Der Mechanismus soll die Interessen von Vorstand und Aktionären angleichen. Auch CEO Vickram Vathulya kaufte zusätzliche Aktien am Markt.
Der Kauf fiel nur wenige Tage nach dem Ablauf einer separaten Haltefrist. Diese betraf Aktien aus der gerichteten Kapitalerhöhung vom April. Bastani, Raj und Thomson sowie CEO Vathulya und Finanzchef Heine Thorsgaard hatten zugesagt, bis zum 16. Juli 2026 keine Aktien zu verkaufen. Ältere Haltefristen bleiben laut Unternehmen weiterhin bestehen.
Neuer Berichtskalender vor US-Notierung
Bereits am 9. Juli hatte Sivers Änderungen am Finanzberichtskalender angekündigt. Das Unternehmen begründet den Schritt mit der Vorbereitung auf künftige Prüfanforderungen der US-Aufsichtsbehörde PCAOB. Diese hängen mit dem Ziel einer Doppelnotierung in den USA zusammen.
Das Management spricht von einer Reifung interner Kontrollen und Berichtsprozesse. Ziel sei höchste Genauigkeit und Transparenz in der Finanzberichterstattung.
Kapitalerhöhung drückt weiter auf den Kurs
Der eigentliche Auslöser der Kursschwäche liegt einige Wochen zurück. Am 1. Juli platzierte Sivers eine gerichtete Kapitalerhöhung über 700 Millionen schwedische Kronen. Das Unternehmen gab 12.280.701 neue Aktien zu je 57 Kronen aus.
Die Emission war nach eigenen Angaben mehrfach überzeichnet, sowohl von in- als auch von ausländischen institutionellen Investoren. Sie folgte auf eine Ankündigung Ende Juni über eine weitere geplante Kapitalerhöhung von 600 Millionen Kronen. Beide Transaktionen bringen deutlich mehr Aktien auf den Markt.
Das zusätzliche Angebot trifft auf eine Stimmung, die sich seit den Juni-Hochs merklich eingetrübt hat. Das technische Bild bleibt entsprechend angespannt: Der Kurs liegt klar unter seinem 50-Tage-Durchschnitt und nähert sich von oben dem 100-Tage-Durchschnitt. Die Schwankungsbreite der vergangenen Wochen war außergewöhnlich hoch.
Die Kombination aus frischem Kapital und privaten Aktienkäufen von Vorstand und Chef sendet ein zweigeteiltes Signal. Auf der einen Seite steht demonstriertes Vertrauen des Managements in die eigene Aktie. Auf der anderen Seite steht eine Verwässerung durch neue Aktien, die den Kursverfall zusätzlich befeuert hat.
Ob der überarbeitete Berichtskalender und die frische Kriegskasse aus der Kapitalerhöhung operative Fortschritte bringen, zeigt sich in den kommenden Quartalen. Erst konkrete Geschäftszahlen können die Stimmung nach einem Monat drehen, in dem die Aktie fast zwei Drittel ihres Wertes verlor.
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