Sivers Semiconductors Aktie: 319,9 Millionen Aktien im Register
Sivers Semiconductors schließt Kapitalerhöhung über 700 Mio. Kronen ab. Die Aktienzahl steigt massiv, der Kurs fällt auf ein neues Tief.

- Kapitalerhöhung über 700 Mio. Kronen abgeschlossen
- Aktienzahl steigt auf knapp 320 Millionen
- Kurs fällt um über 25 Prozent in einer Woche
- Insider verpflichten sich zu Aktienverkaufsstopp
Frische 700 Millionen Kronen in der Kasse, aber der Aktienkurs will davon nichts wissen. Sivers Semiconductors hat seine jüngste Kapitalerhöhung offiziell abgeschlossen. Die Zahl der ausstehenden Aktien schnellt dadurch massiv nach oben, während der Kurs seit Wochen einbricht.
Kapitalerhöhung bestätigt, Aktienzahl schnellt hoch
Der schwedische Photonik- und Chiphersteller meldet für den 30. Juni 2026 eine Gesamtzahl von 319.953.572 Stammaktien. Ebenso viele Stimmrechte stehen nun im Register. Die Zahl spiegelt die Abwicklung der gerichteten Aktienemission, die erst wenige Tage zuvor beschlossen wurde.
Der Vorstand hatte 12.280.701 neue Aktien zu je 57 Kronen ausgegeben. Das entspricht rund 700 Millionen Kronen frischem Kapital über ein beschleunigtes Bookbuilding-Verfahren. Die Emission war mehrfach überzeichnet, schwedische wie internationale institutionelle Investoren griffen zu — darunter neue und bestehende Aktionäre.
Der Ausgabepreis lag rund 9,7 Prozent unter dem Schlusskurs vom 30. Juni an der Nasdaq Stockholm. Pareto Securities begleitete die Transaktion als Bank, Setterwalls Advokatbyrå beriet das Unternehmen rechtlich.
Insider bleiben gebunden
Von einer möglichen Kurserholung können Firmeninsider vorerst nicht profitieren. Die Vorstandsmitglieder Bami Bastani, Karin Raj und Todd Thomson sowie CEO Vickram Vathulya und CFO Heine Thorsgaard haben sich verpflichtet, bis zum 16. Juli 2026 keine Aktien zu verkaufen. Ältere Lock-up-Vereinbarungen aus einer April-Platzierung gelten parallel weiter.
CEO Vathulya verkauft die Kapitalerhöhung als strategischen Schritt, nicht als Notmaßnahme. Das Geld solle proaktive Investitionen in die Fertigungskapazität für Indiumphosphid im Photonik-Geschäft ermöglichen, so Vathulya — angesichts langer Lieferzeiten bei der benötigten Ausrüstung. Zugleich stärke man die Bilanz zum Schutz der Aktionäre.
Kurs im freien Fall
Während frisches Kapital fließt, bricht die Aktie regelrecht ein. Sivers schloss am Donnerstag bei 4,39 Euro — ein Minus von 25,53 Prozent binnen einer Woche und 47,38 Prozent binnen eines Monats. Vom 52-Wochen-Hoch bei 10,23 Euro, erreicht am 3. Juni 2026, trennen den Titel mittlerweile 57,05 Prozent.
Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 6,11 Euro, deutlich über dem aktuellen Kurs. Der 100-Tage-Durchschnitt von 3,49 Euro liegt darunter — ein Zeichen für die extreme Schwankungsbreite der letzten Monate. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von fast 225 Prozent unterstreicht das Ausmaß der Turbulenzen, auch wenn der RSI von 34,9 auf eine allmählich überverkaufte Situation hindeutet.
Verwässerung drückt auf die Stimmung
Zwei Kapitalerhöhungen binnen weniger Monate haben die Aktienbasis kräftig aufgebläht. Erst die April-Platzierung, dann die 700-Millionen-Kronen-Emission im Juni. Mit nun knapp 320 Millionen ausstehenden Aktien haben bestehende Anteilseigner eine spürbare Verwässerung hinnehmen müssen.
Der nächste wichtige Termin ist der anstehende Quartalsbericht im August. Er dürfte zeigen, ob das frische Kapital in stärkere Auftragseingänge mündet — oder ob die Sorge um weitere Verwässerung das Bild weiter bestimmt.
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