Sivers Semiconductors Aktie: 4-Milliarden-Markt für KI-Optik

Sivers erweitert seine Chancenpipeline auf 1,2 Milliarden US-Dollar und baut in Glasgow Kapazitäten für optische KI-Komponenten aus.

Die Kernpunkte:
  • Neuer Markt für optische Verstärker
  • Auftragspipeline um 268 Prozent gewachsen
  • Glasgow-Ausbau für über 100 Millionen Laser
  • US-Zweitnotierung bis 2027 vorbereitet

Sivers Semiconductors hat mit seinem Zwischenbericht vor gut einer Woche einen bislang wenig beachteten Wachstumspfad offengelegt: Für Halbleiter-Lichtverstärker in optischen Schaltern für KI-Rechenzentren beziffert das Unternehmen einen neuen adressierbaren Markt von 4 Milliarden US-Dollar.

Diese Komponenten sollen künftig helfen, den enormen Datendurchsatz moderner KI-Infrastruktur effizienter zu bewältigen – ein Feld, in dem Sivers seine Photonik-Expertise aus der Indiumphosphid-Fertigung einbringen will.

Pipeline wächst deutlich

Die Zahl fügt sich in ein größeres Bild: Die gesamte Auftragschancen-Pipeline des Unternehmens lag im Juli bei 1,2 Milliarden US-Dollar, ein Sprung von 268 Prozent gegenüber Ende 2025. Dieser Anstieg speist sich aus mehreren Quellen gleichzeitig – neben dem neu erschlossenen Markt für optische Verstärker zählen dazu laufende Produktionshochläufe, etwa bei Tachyon Networks, sowie erste Programmaufträge von SemiNex. Sivers befindet sich damit in einer Phase, in der aus Entwicklungsprojekten zunehmend serienreife Produktumsätze werden sollen.

Diese Transformation zeigte sich bereits in den Geschäftszahlen zum zweiten Quartal: Der Produktumsatz stieg währungsbereinigt um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während die Gesamterlöse bei 53,8 Millionen schwedischen Kronen lagen. Das bereinigte EBITDA fiel mit minus 35,5 Millionen Kronen negativ aus, belastet auch durch eine nicht zahlungswirksame Sozialabgabenposition von 42,9 Millionen Kronen, die an den gestiegenen Aktienkurs gekoppelt ist.

Das Management begründete den Ergebnisrückgang mit einer bewussten Umschichtung von Ressourcen weg von Entwicklungsaufträgen hin zu den anstehenden Produktionsanläufen – eine Strategie, die 2027 zum entscheidenden Jahr machen soll.

Fertigungsausbau flankiert die Strategie

Die vor gut einer Woche angekündigte Erweiterung der Fertigungsstätte in Glasgow um 30 Millionen US-Dollar passt in dieses Bild. Die Anlage soll künftig eine Jahresproduktion von mehr als 100 Millionen CW-DFB-Lasern ermöglichen und markiert den Übergang vom bisherigen Fab-Lite-Modell zu einer hybriden Fertigungsstrategie mit eigenen Kapazitäten und externen Foundry-Partnern.

Für Anleger bedeutet das: Sivers baut parallel zur kommerziellen Marktöffnung bei optischen Komponenten auch die industrielle Basis auf, um steigende Nachfrage tatsächlich bedienen zu können.

Am Markt hat sich die Stimmung zuletzt deutlich aufgehellt. Der Kurs notiert vorbörslich bei 2,80 Euro und damit rund 16 Prozent über dem Niveau von vor sieben Tagen. Gleichzeitig bleibt die Aktie mit einem Abstand von 73 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 10,23 Euro weit von früheren Bewertungsniveaus entfernt – ein Hinweis darauf, wie volatil die Neubewertung der Wachstumsstory bislang verläuft.

Ausblick auf US-Notierung bleibt bestehen

Unverändert verfolgt Sivers zudem die Vorbereitungen für eine mögliche Zweitnotierung in den USA, die bis Anfang 2027 startklar sein soll. Sollte der neu erschlossene Markt für optische Verstärker in KI-Rechenzentren tatsächlich zu Aufträgen führen, dürfte dies die Investmentstory zusätzlich stärken – vorausgesetzt, das Unternehmen schafft den Sprung von der Pipeline zu belastbaren Umsätzen.

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