Sivers Semiconductors Aktie: 43 Prozent Plus im Monat

Drei Top-Manager verlassen Sivers Semiconductors. Die Aktie steigt trotz des Umbruchs dank KI-Hoffnungen und neuer Großaktionäre.

Die Kernpunkte:
  • Rücktritt von drei Führungskräften
  • Aktie legt trotz Umbruch zu
  • US-Börsenpläne vorerst verschoben
  • JPMorgan beteiligt sich am Chipentwickler

Sivers Semiconductors erlebt turbulente Tage. Kurz vor der Hauptversammlung räumten drei Schlüsselfiguren ihre Posten. Anleger reagieren gelassen auf den Umbruch. Die Aktie klettert am Montag um gut fünf Prozent auf 9,09 Euro. Damit summiert sich das Monatsplus auf über 43 Prozent.

Umbau an der Spitze

Der Abgang kam überraschend. Vize-Aufsichtsratschef Tomas Duffy sowie die Gründer Erik Fallström und Keith Halsey traten in Stockholm kurzfristig zurück. Im Gegenzug zogen Joakim Nideborn und Helena Svancar neu in das Gremium ein. Bami Bastani bleibt Vorsitzender. Nideborn übernimmt als neuer Vize die Investor-Relations-Arbeit. Svancar bringt zwei Jahrzehnte Erfahrung bei Fusionen und Übernahmen mit.

Ein wichtiges Thema strich das neue Management direkt von der Agenda. Die Abstimmung über eine Zweitnotierung an der US-Börse Nasdaq fand nicht statt. Der Vorstand will zunächst das Mitarbeiter-Beteiligungsprogramm überarbeiten. Ein späterer Börsengang in New York bleibt das Ziel. Die Bilanzen für 2024 und 2025 entsprechen bereits den strengen US-Prüfungsstandards.

Finanzielle Flexibilität sicherte sich das Gremium trotzdem. Die Aktionäre genehmigten die Ausgabe von bis zu 53,8 Millionen neuen Aktien. Das Management kann so später frisches Kapital einsammeln. Parallel dazu winkte die Versammlung ein besichertes Wandeldarlehen über rund 327.000 US-Dollar durch. Die Zinsen liegen bei 10,85 Prozent.

KI-Fantasie treibt den Kurs

Operativ hinkt Sivers den Erwartungen noch hinterher. Verzögerungen im US-Verteidigungsbudget bremsten das Geschäft. Die Folge: Der Umsatz sank im ersten Quartal um 22 Prozent auf knapp 62 Millionen Schwedische Kronen.

Im Gegenzug wecken die Zukunftsaussichten Begeisterung. Die Projektpipeline wuchs zuletzt um 77 Prozent auf 799 Millionen US-Dollar. Hinzu kommt prominente Unterstützung. JPMorgan Chase meldete Anfang Juni eine Beteiligung von 5,25 Prozent an dem schwedischen Chipentwickler. Am selben Tag gab Sivers eine Kooperation mit GlobalFoundries für KI-Rechenzentren bekannt.

Die extreme Volatilität von fast 230 Prozent zeigt die Nervosität im Markt. Der Kurs notiert aktuell 65 Prozent über der 50-Tage-Linie. Am 6. August legt Sivers den Bericht für das zweite Quartal vor. Das Management muss dann beweisen, dass die prall gefüllte Pipeline echte Umsätze generiert.

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