Sivers Semiconductors Aktie: 5,57 Prozent Rücksetzer auf 3,26 Euro
Sivers-Aktie fällt um 5,6 Prozent nach starkem Vortag. US-Importverbot für chinesische Transceiver treibt die Aktie weiterhin.

- Aktie fällt nach starker Rally
- US-Importverbot für Transceiver geplant
- Chinesische Konkurrenz verliert an Boden
- Markt bleibt extrem volatil
Nach dem kräftigen Kurssprung vom Dienstag geraten die Anteile von Sivers Semiconductors am Mittwoch wieder unter Druck. Die Aktie verliert 5,57 Prozent auf 3,26 Euro, nachdem sie am Vortag noch mit 3,45 Euro geschlossen hatte. Der Rücksetzer folgt auf eine der stärksten Tagesbewegungen der jüngeren Handelsgeschichte des Titels und wirkt wie eine erste Gegenreaktion des Marktes auf die vorangegangene Euphorie.
Reuters-Bericht löste Kursschub aus
Ausgangspunkt der Rally war ein Bericht von Reuters, wonach die Trump-Administration über die Regulierungsbehörde FCC ein Importverbot für neue chinesische optische Transceiver für KI-Rechenzentren vorbereitet. Ziel der geplanten Regel ist laut dem Bericht, Datendiebstahl, Schadsoftware und Störungen in Rechenzentren zu verhindern. Eine Veröffentlichung der Regel wird noch in diesem Jahr erwartet. Sivers Semiconductors gehörte am Dienstag zu den Gewinnern dieser Nachricht und legte um 18 Prozent zu. Auch andere Unternehmen aus dem Umfeld optischer Komponenten reagierten kräftig: Applied Optoelectronics gewann vorbörslich 19 Prozent, Coherent 15 Prozent, Lumentum 11 Prozent und Corning 9 Prozent. Der chinesische Platzhirsch Zhongji Innolight, der laut Counterpoint Research einen globalen Marktanteil von 27 Prozent hält, verlor dagegen im Hongkonger Handel rund 5 Prozent.
Der Zeitpunkt der Meldung ist brisant: Innolight war erst am 29. Juli mit einem der größten Börsengänge Hongkongs seit sieben Jahren an die Börse gegangen und hatte dabei umgerechnet rund 6,8 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Das Unternehmen soll zudem bereits auf einer Beobachtungsliste des Pentagon aus dem Juni stehen. Beobachter des Fachmediums CIO warnen bereits vor möglichen Lieferengpässen: Da chinesische Hersteller wie Innolight und Eoptolink den Großteil der 800G-Module für Nvidia-Systeme liefern, könnten Konkurrenten wie Coherent und Lumentum die entstehende Lücke kapazitätsseitig kaum füllen. Das dürfte kurzfristig Preisdruck aus dem Markt nehmen und westliche Zulieferer optischer Komponenten begünstigen – eine Gruppe, der Anleger auch Sivers Semiconductors zurechnen.
Kursbild bleibt extrem volatil
Der heutige Rückgang zeigt, wie schnell ein Teil der Kursgewinne wieder verpufft, sobald die erste Aufregung nachlässt. Die Aktie bewegt sich weiterhin in einem außergewöhnlich schwankungsanfälligen Umfeld und liegt trotz des jüngsten Rücksetzers deutlich unter ihrem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt sowie klar unter dem 52-Wochen-Hoch. Gleichzeitig notiert der Titel ein Vielfaches über seinem Jahrestief, was die enorme Spannbreite der vergangenen zwölf Monate unterstreicht.
Für Anleger bleibt die politische Entwicklung in Washington der entscheidende Treiber. Solange die FCC keinen konkreten Regelvorschlag veröffentlicht, bewegt sich der Kurs vor allem auf Basis von Erwartungen und Medienberichten. Ob sich der regulatorische Rückenwind für Sivers Semiconductors tatsächlich in Geschäftszahlen niederschlägt, ist derzeit offen – die jüngste Kursbewegung spiegelt zunächst eine Neubewertung der Chancen wider, nicht bereits eingetretene Fakten.
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