Sivers Semiconductors Aktie: 6,4 Prozent Verwässerung durch Forderungstausch

Schwedischer Chipentwickler verwässert Aktionäre durch Schuldentausch. Der Aktienkurs bricht ein und notiert nahe dem Jahrestief.

Die Kernpunkte:
  • Schuldentausch verwässert Altaktionäre um 6,4 Prozent
  • Aktienkurs verliert in 30 Tagen rund die Hälfte
  • Umsatz im ersten Quartal um 22 Prozent gesunken
  • Doppel-Listing an der Nasdaq für 2027 geplant

Sivers Semiconductors will seine Bilanz sanieren. Der Markt bestraft diesen Versuch gnadenlos. Nach einer massiven Kapitalmaßnahme werfen Anleger ihre Papiere panisch ab. Ein Ende des Abwärtsdrucks ist aktuell nicht in Sicht.

Schuldenabbau mit Nebenwirkungen

Der Auslöser für den jüngsten Kursrutsch ist ein Forderungstausch. Der Geldgeber Bootstrap Europe wandelt ein Darlehen über zwölf Millionen US-Dollar in Eigenkapital um. Dafür gibt Sivers knapp 23 Millionen neue Aktien aus. Die Maßnahme verwässert Altaktionäre um 6,4 Prozent.

Finanzchef Heine Thorsgaard verteidigt den Schritt. Der Tausch senke die Schuldenlast erheblich. Parallel dazu sammelte der schwedische Chipentwickler kürzlich 700 Millionen Kronen über eine gezielte Kapitalerhöhung ein. Das soll die Basis für weiteres Wachstum sichern.

Die Kombination dieser Maßnahmen löste einen Ausverkauf aus. Die Aktie schloss am Mittwoch bei 3,60 Euro. Damit hat das Papier in nur 30 Tagen rund die Hälfte seines Wertes verloren. Vom Jahreshoch im Juni ist der Kurs fast 65 Prozent entfernt.

Operativer Gegenwind

Der Unmut der Investoren hat reale Gründe im Tagesgeschäft. Im ersten Quartal brach der Umsatz um 22 Prozent ein. Das Management macht dafür Währungseffekte und Verzögerungen im US-Verteidigungsbudget verantwortlich.

Die Auftragsbücher sind zwar prall gefüllt. Die Pipeline umfasst fast 800 Millionen Dollar. Allerdings erwartet Sivers signifikante Auslieferungen erst ab dem Jahr 2027. Bis dahin braucht das Unternehmen einen langen Atem.

Daran ändert auch die geplante Expansion wenig. Sivers bereitet ein Doppel-Listing an der Nasdaq vor. Der Sprung nach New York soll spätestens Anfang 2027 erfolgen. Aktionäre müssen derweil auf Ausschüttungen verzichten. Die Hauptversammlung beschloss eine Null-Dividenden-Politik für 2025.

Hohes Risiko auf dem Kurszettel

Ein Blick auf den Chart offenbart die massive Zerstörung. Die Volatilität ist mit 219 Prozent extrem. Die Folge: Der Handel gleicht einer Achterbahnfahrt. Der Kurs notiert weit unter der 50-Tage-Linie von 6,21 Euro.

Im August legt Sivers frische Quartalszahlen vor. Dann muss das Management operativ liefern. Echte Umsätze müssen beweisen, dass das frische Kapital tatsächlich Wachstum finanziert. Ansonsten droht Aktionären lediglich der nächste Absturz.

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